Update zur Wirtschaftskrise 2020

Autor | Quelle

Severin Renold
Horizonte

Thema

Auswirkungen von Covid-19 auf globale Wirtschaft

Die langfristigen Folgen von Covid-19

 

Virologen geben Entwarnung: Die Covid-19 Pandemie ist zunehmend unter Kontrolle. Die Weltwirtschaft befindet sich hingegen als Folge der Corona-Massnahmen im freien Fall, weit stärker als in der Finanzkrise 2009. Nicht nur der Konjunktureinbruch, auch der aus de rRettung der globalen Wirtschaft folgende Anstieg der Staatsschulden ist historisch. Zur Stabilisierung der Märkte werden unzählige Wertpapiere von den Zentralbanken aufgekauft, Regierungen und Förderbanken helfen mit Krediten, Garantien und Staatsbeteiligungen. Im Verlauf von wenigen Monaten hat sich der konjunkturpolitische Hintergrund somit komplett verändert.

 

Statt zinspolitische Straffung und eine Reduktion der umlaufenden Geldmenge haben wir jetzt weltweit eine expansive Geldpolitik – kombiniert mit einer starken Ausweitung der staatlichen Ausgaben. Das viele Geld, welches aktuell in die Volkswirtschaften gepumpt wird, muss aber später wieder zurückbezahlt werden. Grundsätzlich gibt es zwei Wege, Schulden abzubauen. Bei beiden lastet die Schuld langfristig auf den Jüngeren. Bei einem ersten Weg setzt der Staat auf die Entwertung des Geldes. So sinkt zwar der Schuldenberg, aber auch das Ersparte. Inflation wird meist durch eine expansive Geldpolitik eingeleitet. Sprich, man druckt einfach neues Geld. Der zweite Weg ist eine Erhöhung der Steuern. Hier muss man aufpassen, dass man Unternehmen und Bürger nicht zu stark belastet und so den wirtschaftlichen Aufschwung abbremst respektive sogar abwürgt.

 

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Auswirkungen von Pandemien auf die Wirtschaft

Pandemien hinterlassen tiefe Narben und verändern Verhaltensweisen. Aus wirtschaftlicher Sicht verändern sie das Verhältnis zwischen Ersparnissen und Anlagen. Auch nachdem der erste Schock vorbei und die Krankheit eingedämmt ist, folgen private Hausalte und Unternehmen ihren natürlichen Instinkten und bleiben vorsichtiger. Länder, die in der laufenden Pandemie bereits Ausgangssperren aufgehoben haben, stellen fest, dass sich die Konsumausgaben nur langsam erholen und Daten au der Vergangenheit lassen darauf schliessen, dass dies wahrscheinlich so bleiben wird. Die Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt, dass die Ersparnisse nach dem Schock einer Pandemie steigen, da private Haushalte vorbeugend Reserven aufbauen. Studien zeigen auch, dass Unternehmen ihre Investitionen zurückfahren. In den meisten Fällen spiegelt dies einen Rückgang des Arbeitskräfteangebots aufgrund der Krankheit wider, was die Löhne in der Wirtschaft steigen lässt. Der Rückgang der Rentabilität beeinträchtigt dann die Investitionsausgaben. Da heute vorbeugende Massnahmen gesetzt und vor allem ältere Menschen von Covid-19 betroffen sind, dürften die Auswirkungen auf die Erwerbsbevölkerung deutlich geringer sein. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass die Löhne aufgrund von Covid-19 nicht steigen werden. Da jedoch viele Unternehmen während der Ausgangssperre kurz vor der Pleite standen, weil ihre Cashflows einfach versiegten, wird ihre Risiko- und Investitionsbereitschaft beeinträchtigt sein.

 

Insgesamt wird das Virus die Trends, welche die Wirtschaft schon vor dem Ausbruch der Pandemie bestimmten, verstärken. Es wird den Wachstumspfad infrage stellen, die staatlichen Finanzen stärker unter Druck setzen und die Ungleichheit erhöhen, während der Einsatz von Technologien steigen wird. Staaten werden stärker eingreifen, die Bedrohung durch Populismus wird zunehmen und Anleger werden agiler denn je vorgehen müssen, um ihre Ziele angesichts dieser unausweichlichen Wahrheiten zu erreichen.

 

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Stabilitas in Progressu? (Beständigkeit im Voranschreiten?)

Autor | Quelle

Bruno Roeder

Thema

Marketing, Digitalisierung und Kommunikation

Das 21. Jahrhundert transformiert zum Digital Age

 

Dieses erschuf die Wissensgesellschaft: sie heisst zwar so, weiss aber immer weniger. Das neue Jahrhundert brachte auch eine neue Spezies von Marketingleuten auf den Markt: sie ist ein wenig überfordert, aber nicht unbedingt effizient, – deshalb, weil sie selbst nicht weiss was das Morgen bringt. Und, weil sie den Bezug zur Erfolgsgeschichte von 100 Jahren Werbung verloren hat: Erfolg lag einerseits im Voranschreiten und andererseits in der Beständigkeit menschlichen Denkens und Handelns begründet.

Machen wir kurz die Augen zu und konzentrieren uns auf folgende zwei Sätze von Richard Branson: „30 percent of jobs could be at high risk of automation by the early 2030s. Technology is great – but are we letting it replace personal connections?”

Was implizieren die Aussagen des Multi-Unternehmers? Die Fleisswirtschaft, die Industrie, beruht auf Tempo, Masse, Wachstum und Automatisierung. Die Industrie 4.0 wird eine Industrie des Robotings, der Algorithmen, der künstlichen Intelligenz sein. Die Industrie 4.0 legt Wert auf den Menschen, jedoch nur als Konsument oder Kapitalist. Die Technologie, powered by Silicon Valley, berücksichtigt weder die Umwelt noch menschliche Beziehungen. Beide können und sollen vielleicht sogar ersetzt werden. Ob wir dadurch entweder „frei“ werden oder einfach nur aussterben, bleibt dahingestellt. Doch die lange Kultur des Menschen würde damit in eine Datenreligion verwandelt werden.

Unser Manager von heute weiss nicht mehr viel darüber, wohl aber spürt er, dass ihn die Seele drückt; er nimmt in manch wacher Sekunde wahr, wenn er gerade nicht in Endlos-Meeting sitzt oder seine Mail-Fluten am PC löscht, dass er zu einer vollkommen austauschbaren Nummer einer ganz neuen Welt-Agenda wurde, die er nicht versteht, weil er sie im Grunde nicht will, sie nicht wünscht und weil er sich vor ihr fürchtet. Doch seine Angst blockiert. Alles. Vor allem den persönlichen und unternehmerischen Erfolg.

Manager verzweifelt

Konzentrieren wir uns jetzt kurz auf das neueste Forschungsergebnis der „Points North Group“ aus den USA, die ihre Ergebnisse jüngst in der New York Times publizierte. Hierbei geht es nicht um die rüden Absichten einer menschenfeindlichen Digitalisierung, die „weltweite Rentabilität durch knallhartes Controlling aller Menschen“ zum Ziel hat, hierbei geht es auch nicht um die Ängste der Manager oder ihre enormen Marken- und Umsatzverluste; hier geht es um das extrem gefährliche Unwissen der Markenverantwortlichen und ihrer Agenturen: „The New York Times published a damning exposé that shed light on rate at which politicians, actors, entrepreneurs, and television personalities have taken to buying fake social media followers to boost the credibility of their online – and off-line – profiles. (…) Points North Group revealed that of the social media engagement entrepreneurs experienced in connection with influencer campaigns, 78 percent came from fake followers – or bots.”

Das viel gepriesene Influencer Marketing also, ein Instrument das Markenchefs in der Schweiz und in Deutschland zum „Königsweg“ sinnloser Geldverschwendung machten, weil es „alle“ anderen Unternehmen auch so machen und alle die anderen meinen (anstatt zu wissen), dies sei ein valables Instrument des „neuen“ Digitalmarketings, dieses Marketing also betrügt eiskalt ihre Konsumenten: 78% Fake Follower rechtfertigen die Millionenbudgets der Markenchefs und sechsstellige Jahresumsätze ihrer Influencer. Der Konsument wird gnadenlos verschaukelt, was durchaus einen massiven Unterschied zur Werbepsychologie und ihrer Verführung
des Konsumenten durch handlungsbeeinflussende Werbestrategien, ausmacht.

Diese beiden Beispiele von Richard Branson und der Point North Group beweisen zunächst zwei Dinge: Das tiefe sowie radikale Ausmass, die Tragweite sowie die Intention der Digitalisierung und daraus resultierende Veränderungen von Menschen, Marken und Medien wurde von der Markenindustrie verschlafen oder einfach nur übersehen. Die Konsequenzen daraus sind nicht nur der baldige Verlust des Arbeitsplatzes der Markenchefs sondern vor allem der Ruin der Wirtschaft eines ganzen Landes. Die Marketingleute sind keine Experten mehr, sie haben das absolut nötige Durchdenken von ökonomischen und sozial-politischen Strukturen eines Landes im Kontext zur digitalisierten Welt, das nur im Vergleich mit der Geschichte und den Funktionssystemen vergangener Epochen gelingen kann, aufgegeben oder gar nie gelernt. Sie wissen leider nichts darüber, stattdessen äffen sie „Strategien“ nach: sie bedienen sich waghalsiger allgemeingültiger Methoden, die nicht hinterfragt werden, wie jener des Influencer Marketings und operieren damit in der verirrten Meinung, mit einem Marketing-Trend oder -Hype die richtige Entscheidung für zeitgemässes Digitalmarketing getroffen zu haben. Verkauft wird so kaum ein Produkt mehr.

Das frappante Unwissen der Marketingleute und ihre unsichtbare aber spürbare Angst vor dem digitalen Morgen, verunmöglicht den „progressu“, also den wahren Fortschritt. Ein weiteres und bezeichnendes Beispiel für fehlendes Denken, das dringend nötig wäre um erfolgreich Marken in der Transformation zum digitalen Zeitalter zu kommunizieren, liegt im beharrlichen Festhalten des „Zielgruppen-Marketings“ im digitalen Netz.

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Ein Public Ego ist aber kein analoges Ich! „Online you become the self you want to be“, beweist Prof. Dr. Sherry Turkle vom MIT Lab Boston, USA. Im Cyberspace werde ich also zu dem Wesen das ich sein will. Ich probiere mich aus. Ich bewege mich von Channel to Channel. Je nach Stimmung agiere ich entweder so oder anders. „Ich werde zu dem der ich sein will“ und nicht zu dem in Einzel- und Interessenteile zerlegten demographisch durchschaubaren Konsumenten, zu dem mich die Marketingleute machen. Ich höre im Netz auf eine Zielgruppe zu sein. Und damit braucht die Marken-Kommunikation eine neue Methode. Und vor allem Wissen. Doch beides fehlt den Meisten.

Niklas Luhmann, der genialste Markenphilosoph des 20. Jahrhunderts, erklärte kurz vor seinem Tod: „Das Marketing droht zu einem selbstreferentiellem System zu verkommen“. Das heutige Marketing, welches nach wie vor eine Marke kommunikativ so schillernd und interessant für Menschen machen sollte, dass Konsumenten
diese Marke auch wirklich kaufen wollen, „macht sich selbst zum Massstab, ob eine Methode als geeignet angesehen wird oder nicht“. Das System, also das Marketing selbst, berücksichtigt dabei aber nicht das Aussen, also weder das vollkommen veränderte Verhalten der Menschen durch die Digitalisierung, noch ihre gravierende
Veränderung in der Aufnahme von Informationen (vgl. „Wandel der Wissensvermittlung“), noch was die Motivstrukturen der Konsumenten im Netz sein könnten, um ein Produkt auch tatsächlich zu kaufen. Stattdessen bedient sich der Marketer immer wieder längst überholter und ausrangierter Kommunikationsmethoden des 20.
Jahrhunderts oder er greift zu jenen mittelfristig ruinösen Massentrends wie der des Influencer Marketings; dann wiegt er sich öffentlich behäbig in den schlauen Anglizismen einer trendigen Marketingsprache, um dem Anschein nach nur wissend zu wirken. In Wahrheit verbergen sich hinter dieser aufgesetzten Fassade des Kommunikators jedoch nur mangelhafte Kenntnisse über den wahren Zusammenhang von „Mensch-Marke- Medien“ in diesem 3. Jahrtausend.

Digitalisierung und Marketing

Die Mechanik des Zinses

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Severin Renold

Thema

Baufinanzierungen und Zinsen

Wie wird der Zins für Ihren Baukredit berechnet?

 

Kleine Zahl, grosser Einfluss

Der Kern einer Baufinanzierung ist der Zinssatz, der für den Kunden die Kosten und für die Bank die Rendite bestimmt. Dahinter steckt ein individueller Wert, den verschiedene Faktoren beeinflussen.

 

Der Kapitalmarkt

Grundsätzlich passen Banken ihre Zinskonditionen den aktuellen Bedingungen auf dem Kapitalmarkt an. Während kurzfristige Marktzinsen wie auf Tagesgeld dem Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) folgen, sind Bauzinsen davon nicht unmittelbar oder ausschliesslich beeinflusst. Der BAuzins orientiert sich vielmehr an der Entwicklung lagfristiger Papiere wie Anleiehen und Pfandbriefe. Je höher die Nachfrage nach diesen Papieren, desto niedriger ist der Bauzins. Aufgrund der international starken Nachfage nach sicheren Anlagen sind die Renditen für langfristige Bundesanleihen und Pfandbriefe aktuell noch immer niedrig – und infolgedessen sind es auch die Baugeldzinsen.

 

Zins- und geldpolitische Entscheidungen der Notenbanken können sich mittelbar auch auf das Verhalten internationaler Grossanleger auswirken, was die Nachfrage nach Immobilienkrediten steuert und damit wiederum auch den Zins bewegt. Zinsen für Baugeld können sich aber auch gegenläufig zum allgemeinen Zinstrend entwickeln. Ein Beispiel: Im Sommer 2013 wurden Immobiliendarlehen teurer, nachdem der Leitzins gesenkt worden war. Der Grund waren Entwicklungen in den USA. Anleger befürchteten, dass die Federal Reserve Bank ihre lockere Geldpolitik beenden würde und investierten nur noch zögerlich. Daraufhin sank auch die Nachfrage nach Anleihen in unseren Nationen.

 

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Persönliche Faktoren

Für jeden Kunden macht die Bank ein individuelles Zinsangebot. Denn jeder Kunde bringt ein unterschiedlich hohes Rückzahlungsrisiko für die Bank mit, in das verschiedene Faktoren mit einspielen.

 

Art der Erwerbstätigkeit: Angestellte, Freiberufler, Rentner und Beamte bringen teils geringe, teils sehr hohe Sicherheiten beim Einkommen mit. Daher erheben manche Banken für bestimmte Berufsgruppen prinzipiell Zinsaufschläge oder stellen Anforderungen an die Höhe des Eigenkapitals.

 

Postleitzahl: Der zukünftige oder aktuelle Wohnort beeinflusst die Wiederverkaufsmöglichkeit für eine Immobilie und damit den möglichen Zins. Gleichzeitig hat der Wohnort Auswirkungen auf die Breite der Angebotspalette. Viele regionale Banken bieten beispielsweise nur in bestimmten Postleitzahlbereichen Finanzierungen an.

 

Nutzung und Zustand der Immobilie: Soll die Immobilie als Kapitalanlage genutzt oder selbst bewohnt werden? Für Kapitalanleger gibt es zum Teil spezielle Anforderungen an das Einkommen oder an die maximale Kredithöhe. Wichtig für jeden Käufer: In welchem Zustand und an welcher Lage befindet sich die Immobilie.

 

Bonität des Kunden: Die Bank prüft die Einkommenssituation inklusive Mieteinkünfte, Kapitalerträge oder Renten. Die Ausgaben des Kunden werden davon abgezogen. Je mehr am Ende des Monats übrig bleibt, desto besser ist dies in der Regel für den Zins. Es spielt auch eine Rolle, wie viele Jahre man bereits bei seinem Arbeitgeber beschäftigt ist oder ob der Vertrag befristet ist.

 

 

Details der Finanzierung

Verschiedene Stellschrauben machen Baufinanzierungen für Banken lukrativer als andere, was sie durch bessere Zinsen an den Kunden weitergeben.

 

Darlehenshöhe: Manche Banken bieten Kredite erst ab bestimmten Mindestsummen an und lassen es sich durch Zinsaufschläge bezahlen, wenn vorgegebene Summen unterschritten werden. Für grössere Darlehen gibt es oft Vergünstigungen.

 

Eigenkapitalanteil: Je mehr eigenes Geld eingebracht wird, desto besser ist in der Regel der Zins. Andersherum können die Zinsaufschläge bei Kredithöhen von 70% des Kaufpreises bei etwa 0.1 Prozentpunkten liegen, bei 80-100% bei 0.2 bis 0.8 Prozentpunkten, bei 100% auch bei 1.00 Prozentpunkt und mehr. Diese Schätzungen gelten für die D-A-CH Region und sind nicht endgültig, sondern reine Annahmen durch Momentaufnahmen, die Zahlen können stark variieren durch die bekannten Gründe.

 

Zinsbindung: Weil die Zinsentwicklung zur Zeit schwer einzuschätzen ist, liegen die Zinssätze bei längeren Sollzinsbindungen höher. Der Zinssatz für zehnjährige Zinsbindungen ist etwa 0.3 – 0.5 Prozentpunkte über dem für eine fünfjährige Zinsbindung. Für eine 20-jährige Zinsbindung beträgt der Aufschlag etwa 0.8 – 1.00 Prozentpunkte verglichen mit der zehnjährigen Laufzeit.

 

Tilgungshöhe: Wer hoch tilgt, bekommt oft bessere Konditionen – vor allem, wenn er die volle Tilgungsvariante wählt, bei welcher der Kredit am Ende der Zinsbindung voll abbezahlt ist. Der Zinsvorteil über eine zehnjährige Laufzeit im Vergleich zu einer zweiprozentigen Anfangstilgung kann bei etwa 0.1 bis 0.2 Prozentpunkten liegen.

 

Sonderoptionen: Sonderausstattungen kosten meist extra, das gilt nicht nur für Autos, sondern auch für Baufinanzierungen. Für Tilgungssatzwechsel und Sondertilgungen verlangen einige Banken geringe Aufschläge, andere wiederum bieten beides kostenlos an. Gleiches gilt für bereitstellungszinsfreie Zeiten und Forward-Darlehen.

 

Ein Tipp

Holen Sie sich mehrere Angebote ein und vergleichen Sie den jeweiligen Zinssatz. Dabei lohnt es sich, kleinlich zu sein. Bei einer zehnjährigen Zinsbindung etwa können bereits geringste prozentuale Unterschiede mehrere Hundert oder sogar Tausend CHF ausmachen – je nach Höhe des Darlehens selbstverständlich.

Asien Digital

Autor | Quelle

Severin Renold

Thema

China & Innovation

China auf dem Vormarsch

 

Chinas Wirtschaft hat sich emanzipiert. In wichtigen Technologiebereichen zählen Anbieter aus dem Reich er Mitte bereits zur Spitze. Dies wird in der Wirtschaft vielfach kritisch betrachtet. Doch bietet China auch Chancen.

 

Frage: Welches Unternehmen hat im vergangenen Jahr beim Europäischen Patentamt die meisten Patente in Europa angemeldet – Siemens, Bosch, Swisscom, Nestle oder vielleicht Schneider Electric aus Frankreich? Die Lösung: keines der fünf. Es war der chinesische Technologiekonzern Huawai.

 

Längst sieht sich Chinas Wirtschaft nicht mehr als verlängerte Werkbank westlicher Unternehmen. In den Technologiekonzernen wird massiv geforscht. Internetriesen wie Alibaba, Tencent oder Baidu zählen Milliarden Kunden und agieren bereits auf Auslandsmärkten. Die Regierung in Peking investiert massiv in Forschung und Entwicklung. Zudem zeigt sich Chinas Bevölkerung digitalen Technologien gegenüber deutlich offener, als dies beispielsweise in Deutschland oder der Schweiz der Fall ist.

 

China hat einen Plan. Einen Plan, um auch in Zukunft für steigenden Wohlstand und Wachstum sorgen zu können. Zu dieser Entwicklung trägt auch die rasant wachsende Mittelschicht auf dem Kontinent bei. China, Indien und Indonesien gehören zu den grössten Märkten im weltweiten eCommerce. Chinas Markt für mobiles Bezahlen ist mehr als 50x grösser als der in den USA. Die zu Tencent gehörende Plattform WeChat zählt mehr als eine Milliarde Nutzer und ein Grossteil der neuen Mittelschicht ist mit den neuen Technologien aufgewachsen.

 

Offen für neue Entwicklungen

Entsprechend bereitwillig setzen sie diese auch ein. Die chinesische Stadtbevölkerung und die Mittelschicht sind sehr offen für neue Entwicklungen und hinterfragen potenzielle Risiken deutlich weniger. Der Telekommunikationsriese Huawei beispielsweise wird von vielerlei Experten als führend betrachtet in der Entwicklung des Mobilfunkstandards 5G. Im Bereich Elektromobilität wird man auch noch aus China hören, soviel sei sicher. Nach Zahlen von Forschungsminister Wan Gang steckte China in den vergangenen Jahren über 226 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung – rund 70% mehr als noch im Jahr 2012. Klar erklärtes Ziel: China will bis ins Jahr 2050 ein bei technologischen Innovationen führendes Land werden. Allein Konzernpatron Jack Ma erklärte in einem seiner letzteren Interviews, zukünftig rund 40 Milliarden des Unternehmenskapitals in weitere Forschung und Entwicklung zu investieren. Dies nicht in erster Linie rein im Interesse des eigenen Unternehmens, sondern vielmehr für die gesunde Weiterentwicklung der Menschheit und natürlich zum Wohle des eigenen Reiches.

 

City Asien

 

Was bleibt Europa?

Europa sollte die Kräfte bündeln, Initiativen für FinTech, RegTech, InsurTech und Weitere schaffen und die privaten und institutionellen Investitionen in Forschung und Entwicklung von Massenprodukten konzentrieren. Es gilt, Chancen und Risiken aktueller und künftiger Technologien offen zu bewerten und dann die besten Anwendungsgebiete zu entwickeln. Allerdings ist es ein Fehler, stets über protektionistische Massnahmen nachzudenken. Das Erfolgsrezept insbesondere von der deutschen Wirtschaft beruht auf Offenheit und Multilateralismus. Je mehr Geschäfte man mit China und Asien macht, desto grösser ist das Verständnis für einander. Liberalismus des Handels führt zu mehr Wohlstand, das zeigen uns die zahlreichen Versuche in der Vergangenheit, bei welchen sozialistische und planwirtschaftliche Modelle scheiterten.

 

Dies gilt auch für die «One Belt One Road» Initiative Chinas, die neue Seidenstrasse, die Europa und Asien einander näher bringen soll. Das Megaprojekt mit Infrastrukturbauten in 65 Ländern ist den USA ein Dorn im Auge. Dies benötigt keine weitere ausführliche Begründung, selbsterklärend rückt China mit jener Initiative ein Schritt Näher Richtung Weltmacht Nr. 1. Wie soll sich nun Europa also verhalten? Wer nicht innoviert bleibt stehen. Wie gesund das Wachstum Chinas ist mit den Milliardensubventionen von privatwirtschaftlichen Zombiebetrieben, steht auf einem anderen Blatt. Wohl oder übel wird es die Welt aber erfahren, wenn die Sanktionen weiterlaufen und der Handelsstreit mit den USA in die nächste Runde geht, denn bei weiteren Abzügen externer massiver Investorengelder rückt die Bondblase hier näher als manchen recht ist. Ist das „One Belt One Road“ Projekt also bereits Plan B für Chinas Wirtschaft? Es bleibt spannend.

 

Belt and Road

Investitionen in und mit Nachhaltigkeit

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Severin Renold

Thema

Investitionen und Nachhaltigkeit

Anlegen mit gutem Gewissen

Am Alkohol scheiden sich bekanntlich die Geister. Der eine verachtet ihn als die schlimmste legale Droge überhaupt, der andere sieht ihn als Kulturgut – immerhin gibt es gerade in Deutschland Abertausende von Brauern, Winzern und Schnapsbrennern, die ihrem Handwerk seit Generationen nachgehen, übrigens auch in der Schweiz mit über 1000 Biersorten. Zudem sind alkoholische Getränke in weiten Teilen der Welt fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Andererseits: Wenn wegen der Nebenwirkungen des Alkohols Familien zerbrechen und Existenzen zugrunde gehen, handeln dann Menschen, die mit Alkohol Geld verdienen, ethisch und tun sie der Gesellschaft auf lange Sicht etwas Gutes?

 

Mindestens ebenso diffizil wird es bei der Frage, ob es ethisch ist, wenn für Medikamente, die Menschen heilen, Tiere sterben müssen. Die Liste dieser Sinnfragen liesse sich problemlos fortsetzen. Jede Frage für sich verweist auf das Dilemma, dass alles, was als gut, sinnvoll und nachhaltig angesehen werden kann, auch seine Schattenseite hat.

 

Für Anleger, die nachhaltig anlegen wollen, heisst das in erster Linie, dass sie zunächst einmal in sich gehen müssen, um herauszufinden, was ihnen persönlich wichtig ist. Denn jeder Mensch ist anders, jeder hat bestimmte Werte, nach denen er lebt und folglich auch investieren will. Das heisst konsequenterweise auch, dass Anleger, die nach bestimmten Prinzipien anlegen wollen, auch flexibel sein müssen. So flog etwa der Pharmakonzern Bayer im Jahr 2006 aus vielen Fonds katholischer Banken. Denn damals übernahm der Leverkusener Konzern mit Schering einen der grössten deutschen Hersteller der Antibabypille – aus katholischer Sicht ein Sündenfall. Auch hier gibt es jede Menge Unternehmen, die sich unter dem Blickwinkel bestimmter Anlagephilosophien vom Paulus wieder zum Saulus zurückverwandelt haben. Nachfolgend soll also ein Auszug aus dem Kosmos der nachhaltigen Geldanlagen dargestellt werden.

 

 

Nicht von der Substanz leben

Doch zunächst einmal zum Begriff Nachhaltigkeit selbst. Im Grunde bedeutet nachhaltig nichts anderes, als nicht von der Substanz zu leben. Der Begriff wurde vor gut 300 Jahren von Hans Carl von Carlowitz, einem sächsischen Beamten, geprägt. Er verfasste das erste umfassende Werk zur Forstwirtschaft und kam dabei zum Schluss, dass es sinnvoll ist, nur so viel Holz aus den Wäldern zu schlagen, wie auch nachwachsen kann.

 

Vor allem in den vergangenen 30 Jahren hat der Begriff ausserhalb der Forstwirtschaft Karriere gemacht. Heute wird Nachhaltigkeit gern synonym mit den ESG Kriterien verwendet (Environment, Social, Governance). Nach dieser Lesart steht Nachhaltigkeit für vieles, was umwelt- oder sozialverträglich ist oder als gute Unternehmensführung bezeichnet werden kann. Der letzte Punkt bedeutet konkret, dass Korruption geächtet ist und Staaten und Unternehmen darauf achten, langfristig erfolgreich zu wirtschaften, auch wenn das vorallem für Firmen bedeutet, kurzfristige Gewinne auch mal liegen zu lassen.

 

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Weniger Rendite? Von wegen!

Anders als Kritiker einwenden mögen, ist das, was als nachhaltig bezeichnet wird – sofern es konsequent verfolgt wird -, keineswegs weltfremder Idealismus, sondern getrieben von handfesten wirtschaftlichen Interessen. Im Klartext: Wer nach bestimmten Kriterien der Nachhaltigkeit handelt – ob nun sozial, ökologisch oder ethisch motiviert -, muss zumindest auf mittlere und lange Sicht keine Abstriche beim Gewinn machen. Das belegen viele Untersuchungen.

 

Die meisten Studien kommen zu dem Ergebnis, dass nachhaltige Geldanlagen bei gleichem Risiko ebenso viel Rendite bringen wie Konventionelle – wenn nicht sogar mehr, sagt Professor Alexander Bassen, Mitglied des Nachhaltigkeitsrats der Bundesregierung. Forscher der Uni Kassel haben bereits 2014 nachhaltige und konventionelle Fonds derselben Fondgesellschaft verglichen. Ihr Ergebnis: In der Regel lagen die nachhaltigen Produkte vorn. «Es ist ein Ammenmärchen, dass Nachhaltigkeit Rendite kostet», sagt denn auch Studienleiter Christian Klein.

 

Bei der Auswahl gibt es kaum noch Einschränkungen. Nachhaltige Anlageprodukte, ob nun im Gewand von Fonds oder Anleihen, haben sich im Laufe der Jahre entwickelt wie Bio-Lebensmittel. Während biologisch erzeugte Lebensmittel vor 20 Jahren nur im Reformhaus und Naturkostladen erhältlich waren, gibt es sie inzwischen in jedem Supermarkt. In den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts gab es nachhaltige Investments in Deutschland und der Schweiz praktisch nicht. Erst Mitte 1996 kam mit dem Öko-Vision Classic der erste Aktienfonds für Privatanleger auf den Markt, der bei seinen Investments auch ökologische und ethische Aspekte berücksichtigte.

 

Laut der Ratingagentur Scope können deutsche Anleger derzeit aus weit über 400 Investmentfonds wählen, die Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen. Etwa 100 Fonds sind seit 2015 dazugekommen. Und keiner dieser Fonds ist wie der andere; Es gibt neben Fonds die weitgefasste Anlageregeln haben oder ganze Industrien ausschliessen, auch Themenfonds, die nur einzelne Branchen berücksichtigen – etwa Wasserfonds.

 

Nachhaltigkeit liegt im Trend: Das Volumen der nachhaltigen Investments steigt weltweit. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind laut des Forums Nachhaltige Geldanlagen inzwischen rund 419.5 Milliarden Euro auf diese Weise angelegt, rund 29% mehr als Ende 2016. Was nach einer grossen Summe klingt, stellt aber nur ein Zwanzigstel des Gesamtmarkts dar.

 

 

Reine Lehre oder Klassenbeste?

Viele Anleger orientieren sich offenbar an einer Portfoliotheorie, nach der die Rendite sinkt, je kleiner das Anlage Universum wird. Und je strenger und vielfältiger die Ausschlusskriterien sind, desto kleiner wird es auch. Vertreter der reinen Lehre wie Thomas Jorberg, Chef der sozial-ökologischen GLS Bank, ficht das nicht an. Wer langfristig Geld anlegen will, fahre mit strengen Kriterien besser. Sein Lieblingsbeispiel sind fossile Energien wie Öl, Kohle und Gas: «2050 werden diese Energieträger knapp, wer hier heute als Langfristinvestor anlegt, befindet sich offenbar im Tiefschlaf.» Für Anleger, die nicht ganz so dogmatisch vorgehen wollen oder ihr Anlage Universum etwas grösser halten möchten, gibt es den Investmentansatz «best in class». Hier wird grundsätzlich keine Branche ausgeschlossen, sondern nur in Unternehmen investiert, die unter bestimmten Aspekten am besten sind.

 

Ein weiteres Problem: Der Begriff «nachhaltig» ist nicht geschützt. Deshalb gibt es eine ständige Debatte darüber, was nachhaltig ist – und was nicht. Zwar gibt es längst spezialisierte Ratingagenturen, die sind aber beileibe nicht überall und uneingeschränkt anerkannt. Zu diesen gehören Imug, Oekom Research, RobecoSAM, Sustainalytics und Vigeo Eiris. Sie nutzen neben wirtschaftlichen Daten auch Informationen über Umwelt und Sozialstandards sowie Unternehmensführung. Um für Anleger mehr Transparenz zu schaffen, arbeitet die EU-Kommission an einheitlichen Standards. Ob und wann diese kommen und inwieweit sie Anlegern tatsächlich bei der Orientierung helfen können, ist aber noch offen.

 

Wahrscheinlich bleibt es dabei, dass jeder, der nachhaltig anlegen will, sich zuerst mal darüber klar werden sollte, was er genau will. Und dann muss er nochmals genau hinschauen, ob das Investment hält, was es verspricht.

Zukunft der Arbeit

Autor | Quellen

Severin Renold

McKinsey, Roland Berger und mehr

Thema

Arbeit & Arbeitsplatz

Büro als sozialer Raum

Mit der Arbeit verändert sich auch der Arbeitsplatz. Aber wie sieht das Büro der Zukunft aus? Immer essenzieller werden Begegnung, Austausch und Community-Building. Die Räume müssen etwas über die eigene Marke erzählen, das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber verkaufen. Denn an vielen Arbeitsplätzen steigt der Leistungsdruck, die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben verschwimmen für viele Menschen zunehmend. Deshalb muss die Arbeit Spass machen. Büros und Kollaborationsstrukturen wirken da kulturprägend für Unternehmen. Sie bieten den Mitarbeitern Heimat und Identifikation, sorgen so für Motivation und emotionale Bindung. Kostenlose Bio-Mahlzeiten in der Kantine, Zuschuss fürs Fitnessstudio, Lounge-Landschaften mit Wohlfühlatmosphäre – wie ein Einblick in die Arbeitswelt von Silicon Valley zeigt: Die Kreativität bei der Arbeitsplatzgestaltung kennt kaum Grenzen. Mitarbeiter sind aus ihrem privaten Umfeld gewohnt, dass viele Dinge auf Knopfdruck funktionieren. Da darf es am Arbeitsplatz nicht weniger digital zugehen.

 

Open Office

 

Wellness und Werte im «War for talents»

 

Laut einer Forsa-Studie des Industrieverbands Büro und Arbeitswelt bevorzugen zwar viele Arbeitnehmer in Deutschland und in der Schweiz weiterhin ein praktisches und funktionales Arbeitsumfeld. Jedoch wünschen sich vor allem junge Menschen unter 35 ein modernes und gemütliches Ambiente am Arbeitsplatz. Ausserdem: Social Enterprises – zu Deutsch soziale Unternehmen – sind bei Millennials immer begehrter. Sie wollen sich beim Aufbau eines Unternehmens von der Pike auf engagieren, alle Bereiche durchdringen, sich in der Gestaltung ausleben. Wenn sich damit noch gutes Geld verdienen lässt, umso besser.

 

Und doch ist Geld nicht alles. Gegen Player wie Google oder Facebook habe ein Unternehmen bei den Gehältern keine Chance, so tönt es bei den meisten Befragten. Salesforce bemüht sich daher um anderes: Zum Beispiel um eine gleichwertige Bezahlung; Mitarbeiter erhalten zudem sieben bezahlte Tage pro Jahr frei für soziales Engagement. Das Motto des etwa 20’000 Mitarbeiter starken Unternehmens: Lieber während des Arbeitslebens regelmässig etwas an die Gesellschaft zurückgeben und die eigenen Technologien für den guten Zweck einsetzen, als jahrelang Top-Gehälter zu scheffeln und kein Privatleben zu haben. Das kommt an. Viele Menschen arbeiten seit mehr als zehn Jahren bei dem Cloud-Anbieter – ungewöhnlich im schnelllebigen Silicon Valley. Ähnliches wird vom Twitter Mitgründer Biz Stone berichtet: Seit man die Absichten des Social-Network Unternehmens neu definiert hat, sind auch die Mitarbeiter wieder top motiviert. Wer jetzt im Unternehmen sei, der sei auch bewusst dabei.

 

Denn der Markt wandelt sich (nicht nur im Konsumverhalten wie in unserem früheren Blog beschrieben). Die Unternehmen werden immer häufiger zum Bewerber, müssen für begehrte Talente attraktiv werden. Plattformen wie LinkedIn machen es sich zur Aufgabe, für jeden Menschen weltweit ökonomische Chancen zu schaffen. Sie ermöglichen Bewerbern etwa Gehaltsvergleiche, damit diese gut vorbereitet im Vorstellungsgespräch auftreten. Zudem werben Headhunter gezielt Arbeitnehmer über die Plattform ab. Ungerecht für Unternehmen? Mitnichten. Denn wer sich über LinkedIn abwerben lässt, wäre sowieso irgendwann gegangen. Man beschleunigt lediglich den Prozess. Unternehmen haben ihrerseits die Möglichkeit, schneller passende Talente zu finden.

 

Auch innerhalb von Unternehmen gibt es zunehmend Bewegung. Bei Salesforce entwickelte sich aus einem Impuls der Mitarbeiter eine Art interner Jobmarkt, auf dem regelmässig die Arbeit in Einzelprojekten verteilt wird. Mitarbeiter haben so die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, aber auch persönliche Belange wie Elternzeit zwischen einzelnen Projekten einzuplanen. Abläufe werden so effizienter und flexibler. Die lebenslange geradlinige Karriere mit vorgefertigten Stufen wird zum Auslaufmodell. Menschen wollen ihren Geist erweitern und in verschiedenen Teilen eines Unternehmens arbeiten.

 

Co-Working

 

Wer lernt, der bleibt

Ein Report des Weltwirschaftsforum und der Boston Consutling Group von Januar 2018 offenbart: Etwa eine Million US-Amerikaner verlieren ihre Jobs bis 2026 und müssen neue Fähigkeiten erlernen, um einen ähnlich bezahlten Job zu finden. Das McKinsey Global Institute schätzt, 2030 müssen bis zu 800 Millionen Menschen weltweit ihren Job an die Konkurrenz der intelligenten oder irgendwie besseren, jedenfalls billigeren Maschine übergeben. 33.5 Milliarden Euro investierten deutsche Unternehmen 2016 in die Weiterbildung der Mitarbeiter, um sie fit für die Digitalisierung zu machen. Dabei setzten sie immer stärker auf digitale Lernformate (siehe auch unseren Blog über Digitalisierung im Bildungswesen), wie die aktuelle Weiterbildungserhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt. Tendenz steigend. Heute im Fokus: Personen sollen neues Wissen sinnvoll und nachhaltig einsetzen können. E-Learning und Präsenzstudien verschmelzen zum sogenannten Blended Learning.

 

Im Silicon Valley ist dieser Trend bereits verinnerlicht. Angebote wie LinkedIn Learning bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern gezielte Weiterbildungsangebote zur Verfügung zu stellen. Salesforce hat mit Trailhead eine frei verfügbare Lernplattform ins Leben gerufen. Beim Bewerbungsgespräch haben eventuelle Lernerfolge auf dieser Plattform bereits mehr Gewicht, als der Name der Universität, die ein Bewerber besucht hat. Ausserdem: Lernen muss es der Generation Y besonders Spass machen. Mit Challenges und Ranglisten wird auch das lebenslange Lernen zum Spiel.

Der Sensation Seeker

Autor | Quelle

Bruno Roeder

 

Thema

Digitalisierung und Verhaltensforschung

Tägliche Jagd nach dem Reiz!

Was tun, wenn Sensation Seeker im Netz auf keine „normalen“ Ads, Storytellings und Contents mehr reagieren, da ihnen diese zu langweilig und zu wenig „spannend“ erscheinen? Ist dieses Phänomen auf dem Weg in die Digitalisierung oder auf dem schmalen Grat zwischen Innovation, Mut und Wissen über die kognitive Informationsverarbeitung im Zeitalter der Digitalisierung nicht unbedingt zu beachten?

 

“Hallo, Anina Wullschläger, am Apparat” – ihre Stimme am Telefon klingt wie ein ungebügelter Schlafanzug: zerknittert, müde, gelangweilt.

 

Der Anrufer, ein geborener Verkäufer und Enthusiast, der seine davor schon gewonnenen „grandiosen Leads“ schon feierte lässt sich davon nicht beirren:

 

Eine Werbung mit wichtigem Inhalt, haben wir geschaltet… „Ist das nicht herrlich, liebe Frau, ein Geschenk für Sie gar, eine Bereicherung im Dschungel der vielen Optionen, welche Sie im Netz finden?“

 

„An keine Ad kann ich mich erinnern. Wie und warum auch? Ich lösche fast alles sofort, klicke es weg, damit ich meinem eigentlichen Vorhaben im Netz widmen kann. Nein, Herr Anrufer, an Ihren komischen Newsticker, Ad, LinkedIn Nachricht oder was auch immer erinnere ich mich schon gar überhaupt nicht, denn fremde Newsletter langweilen mich noch mehr als irgendwelche Banner, welche mir ständig über den Bildschirm laufen!

 

Anina Wullschläger, dies gilt es zu wissen, liest nämlich nur dann und schaut nur dann mit aufgeregten Äuglein irgendwo hin, wenn ihr Erregungsniveau bereits genügend aufgepeitscht ist. Schon nach dem Aufstehen in Herrgottsfrühe geht sie auf Jagd nach den ersten Sinneseindrücken: iPhone, iPad, Radio, Facebook, LinkedIn, Mails, Chats, Television – Wow! Es ist noch nicht 8 Uhr und die gute Dame hat schon eine Überdosis Sinnesreize intus.

 

Übel gelaunt und frustriert von der Miesepetrigkeit dieser saturierten Welt, betritt sie dann ihr Büro und öffnet ihre übervolle Agenda auf ihrem DELL: Meeting, Meeting, Meeting, Meeting – Mittag – langes Meeting – Feierabend. Dann löscht sie rasant fast alle ihrer verfluchten Eingangs-Mails, ausser jedoch es taucht eines in tizianrot auf oder eines ohne rechtem Inhalt aber als nervöses Bewegtbild, ein hektisches Bildsammelsurium in short-time-Schnittintervallen, – das macht sie an; und später hockt sie dann – bewaffnet mit iPhone, iPad und drei privaten Smartphones in zähen Meetings. In diesen geht es um Programmatic Buying, Microtrageting, Influencermarketing und um eine dicke Ladung Content für die neu eingekauften Consumer-Adressen, die irgendwie ihren „Zielgruppen“ entsprechen sollten. Das langweilt Frau Wullschläger jeden Tag mehr, das frustriert sie aufs Blut, doch die Rettung bis zum ersehnten „Nachhaltigem Essen“ zu Mittag sind ihre mobilen „Grätli“ (Geräte) auf denen es im Minutentakt vibriert, halbstumm surrt, blinkt, schnarrt, aufpoppt; ihre „Grätli“ mit den neuesten, knallbunten Emojis umklammert sie eisern, ihre „Grätli“ mit tiefdunklen News über das systematische Absaufen vieler Marken ohne jeglichen US- und UAP.

 

Reizüberflutung

 

Anina Wullschläger ist ein Sensation Seeker! Eine „Online-Identität“, das nach Reizen jagt. Sie sucht mit einem „geringen initialen Erregungsniveau eher aufregende Reize“. Sie sucht in ihrem analog-digitalen Leben ständig neue Reize, um „den gewünschten Pegel ihrer Stimulierung halten zu können“. Sie rangiert auf der sogenannten „Sensation Seeking Scale“ auf dem NISS-Rang, der bereits als „leicht pathologische Reizsucht“ bezeichnet werden darf.

 

Ihr kontinuierliches „Thrill Seeking“ übersetzt sie in ihr privates und berufliches Leben mit Vollgas: Lebensgefährliche Sprünge aus Sportflugzeugen, Tiefseetauchen an den allertiefsten Stellen des pazifischen Ozeans, fünf Mal Urlaub im Jahr, 24-Stunden-Trips um die Erdkugel nach Tokio, Shoppingexzesse in Dubai und Muscat.

 

12 – 21Jährige, die zu einem Youtube- oder TikTok Rock auf den Tischen in ihren Klassenzimmern grölen. „Geil“ sei dieses Video, „geile Pics“ und „geile Musik“: 26‘000 Kids haben es bereits angesehen, drei haben es geliked. Immerhin.

 

Frau Wullschläger hörte den Begriff Sensation Seeking leider noch nie. Hätte sie jemals den Begriff Sensation Seeking wirklich auf den unzähligen „MarketingBAMMS“ studieren und hören können, dann wüsste sie über seinen Begründer, Marvin Zuckerman, bescheid. Ein grossartiger Forscher, ein US-Amerikaner, der klug handelnden Konzernen und Firmen zu Milliarden Umsätzen verholfen hat. Marvin Zuckerman, der sich mit dem Menschen beschäftigt, seinen Persönlichkeitsmerkmalen, der das tat, was viele Marketingleute tun müssten: den Konsumenten in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen und nicht Trends, Hypes oder technologische Machbarkeiten für Leute, die Unternehmen zwar als „Zielgruppe“ bezeichnen, sie aber gar nicht aus ihrem veränderten Verhalten heraus kennen.

 

Was das Credo, das markenrelvante Ergebnis von Zuckerman also, für echte Markenexperten ist?

 

Der Mensch sucht immer nach Sinneseindrücken. Er läuft ihnen auch hinterher. Die Digitalisierung schuf und schafft ein Katapult von Reizen, die sich mit den Reizen der analogen Welt (andere Reizstrukturen) mischen, kreuzen. Marken sollten physiologische Sinneseindrücke vermitteln. Doch Achtung: dadurch, dass wir ständig Reizen ausgesetzt sind, sollte die Marke jetzt gerade nicht schnell, rasant, bunt, grell dem Konsumenten begegnen, sondern ihn, dem ausgefeimten Sensation Seeker, in seinem Urgefühl (Archaik) treffen: übrigens, genau deshalb funktionieren Katzenvideos so gut, sie sind „unaufgeregt, ruhig, erzeugen Beschützerinstinkte, wecken Geborgenheitsgefühle und Kindheitserinnerungen (Urgefühle)“ (vgl. P. Hammelstein, ein Schüler Zuckermans).

 

Die Umkehrung der Thrill-Strategie tut also den Marken gut und die könnte in der Digitalkommunikation so aussehen: Zunächst Grundhaltung und Stimmung hunderttausender Online-Identitäten im Netz erspüren, er-horchen (Identity Listening). Sie, die Konsumenten, dann mit Bild und Text, in welchen Markenbotschaften sanft eingewoben sind, in ihren Urgefühlen berühren. Das Ergebnis, von Zuckerman, Hammelstein oder R.H. Hoyle bewiesen, ist purer, erlesener Markenerfolg: Der Sensation Seeker, reizüberdrüssig, wendet sich – ernst genommen in seiner unterschiedlichen Stimmung – der Marke zu, nimmt sie leichtfüssig wahr, beginnt sich für sie zu interessieren und ist geneigt sie zu kaufen.

 

Falls diese Wissensvermittlung Ihr persönliches „Sensation Seeking“ gestillt hat und Sie nun mit uns gemeinsam über den digitalen Tellerrand schauen möchten, dann senden Sie uns doch gerne eine Nachricht…

 

Frau in Digitalwelt

Anlagejahr 2020

Autor | Quelle

Severin Renold

Interview Ray Dalio WEF 2020

Thema

Finanzmarkt & Anlagen

Breite Diversifikation für den Erfolg 2020 (Stand Januar)

 

NOTE –> Auf Grund der aktuellen Entwicklung des Weltwirtschaftsgeschehens besteht eine komplett neue Faktenlage. Nicht zu Letzt COVID-19 brachte Feuer in eine sich anbahnende Wirtschaftskrise, welche in vorangehenden Blogs bereits ausführlich thematisiert wurde. Der untenstehende Blog, wurde im Januar 2020 verfasst, weshalb  gewisse Positionierungen und Aussagen nun nicht mehr akkurat sind. Trotzdem wird der Artikel so veröffentlicht, um die Möglichkeit zu bieten, Vergleiche zu ziehen und in einem späteren Blog eine angepasste Position einnehmen zu können mit dem Blick auf die Märkte und rückblickend auf die Zeit vor der Epidemie.

 

Blog

Erst vor wenigen Wochen hat das neue Börsenjahr wieder begonnen und viele Anleger stellen sich nun die Frage, wie sie ihr Portfolio im neuen Jahr positionieren sollen. Schlagzeilen über eine bevorstehende wirtschaftliche Abkühlung oder den geopolitischen Spannungen, die noch nicht abschliessend geklärt sind, dürften Anleger weiterhin beschäftigen. Diverse Makroökonomen erwarten nach einer Annäherung im Handelsstreit zwischen China und den USA, sowie dem reduzierten Risiko eines ungeordneten Brexit, dass sich das Wachstum spätestens per Mitte Jahr erholen kann. Renditechancen dürften sich also auch im neuen Jahr ergeben – insbesondere bei einer sorgfältigen Diversifikation und Selektion der Investments. Dem gegenüber steht die Meinung vieler Experten eines sich anbahnenden Kollapses, wodurch verstärkt wieder die Flucht in Gold beobachtet werden konnte. Im nachfolgenden Szenario beleuchten wir zunächst die Variante einer konjunkturellen Stabilisierung.

 

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Positive Stimmung im Markt

Grundsätzlich setzen die jüngsten Konjunkturdaten durchweg positive Impulse. Man kann davon ausgehen, dass der globale Abschwung allmählich in eine positive Gegenbewegung übergeht. Auf der Risikoseite bleiben viele der geopolitischen Themen bestehen, trotz optimistischer Grundstimmung. Eine expansivere Geldpolitik der Notenbanken begünstigt auch 2020 Aktienanlagen. Da die bedeutenden Zentralbanken in den nächsten Monaten ihre Gelschleusen weit geöffnet halten, bleiben die kurzfristigen Zinsen auch 2020 ausserordentlich tief und stimulieren daher das Wirtschaftswachstum. Daraus schliessend sollten die grossen Industrieländer im nächsten Jahr weiterhin bei noch moderaten Inflationsraten wachsen. Insofern aus dem Blickwinkel der USA die Teuerung in der zweiten Jahreshälfte zunehmen wird, so gestaltet die amerikanische Notenbank (FED) wiederum eine restriktivere Geldpolitik. Eine sich wiederholende Zinssenkung wie im Jahr 2019, ist dabei aber eher unwahrscheinlich. Die Geldpolitik und Rahmenbedingungen der Zentralbanken stösst an ihre Grenzen, weshalb verstärkt fiskalpolitisch stimuliert werden muss.

 

Kalkulationen

 

Auf der Suche nach Rendite

Mittlerweile sind nahezu alle Anlageklassen hoch bewertet, nicht selten sogar auf einem Rekordhoch. Dies gestaltet die Vermögensallokation besonders herausfordernd. Gemäss Analysten kann von Obligationen im Jahr 2020 kein nennenswerter Performancebeitrag erwartet werden. Ein ausgewogenes Portfolio wird im besten Fall mittlere einstellige Renditen abwerfen. Obligationen dienen mit wenigen Ausnahmen rein als Puffer gegen Kursrückschläge bei Aktien. Die Gewinnerwartungen bei den Aktien sind aktuell ziemlich hoch und das Potenzial nach oben entsprechend limitiert. Die höhere Volatilität der Märkte wird sich speziell auf die Aktienmärkte auswirken, weswegen diversifizierten Anlagen wie Immobilien und Gold wie zuvor bereits erwähnt, eine besondere Bedeutung zukommt. Mit einer Ausschüttungsrendite von bis zu 3% sind Immobilienfonds der Schweiz nach wie vor eine interessante Beimischungsvariante. Gold alleine aus dem Grundsatz der negativen Korrelation mit klassischen Anlageklassen, nicht zu Letzt wie zuvor angedeutet, wenn das Vertrauen in die Märkte unsicher scheint.

 

Abschliessend lässt sich schlussfolgern, dass auch im aktuellen Marktumfeld empfohlen werden kann, die Gesamtallokation breit zu diversifizieren. Nach wie vor bleibt es jedem selber überlassen, seine Cashreserven aufzustocken, auf Grund der Befürchtung eines bevorstehenden Crashs. Hier bleibt nur die Möglichkeit sich zu informieren und ein eigenes Urteil zu bilden. Verfolgt man Grössen wie etwa Ray Dalio, Starinvestor und Gründer von Bridgewater Associates, etwa in seinem letzten Interview am World Economic Forum (WEF) in Davos so hört man Aussagen wie: «Cash is Trash!». Eine überspitzte Metapher zu dessen Meinung, dass jeder Anleger welcher zur Zeit auf Bargeld setze, Geld verliere und nicht mehr am Markt teilnimmt. In Anbetracht der Ausweitung der Negativ Verzinsung auf Sparguthaben, beinhaltet diese Aussage durchaus seine begründbaren Anekdoten, ohne dabei die Diskussion über weitere Funktionen des Geldes lostreten zu wollen.

 

Cash Dollar

Innovation in der Medizinaltechnik und Robotik

Autor | Quelle

Severin Renold

McKinsey & Roland Berger

Thema

Health 4.0 | Labor 4.0

Disruption

 

Ökonomen diskutieren intensiv, was für Auswirkungen die vierte industrielle Revolution auf das Wirtschaftswachstum diverser Branchen haben wird. «Technologien und Innovationen stehen an einem Wendepunkt und es muss mit massiven Produktivitätsschüben gerechnet werden», so erklingt es aus manch einer Ecke von Wirtschaftsmagazinen und Analysten. Klaus Schwab schreibt in seinem Buch, «Die Vierte Industrielle Revolution», über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Möchte ein Unternehmen weiterhin konkurrenzfähig bleiben, muss es für alle möglichen Innovationen als Pionier gelten. Nur noch auf Strategien der Kostensenkung zu setzen wird sich in Zukunft nicht mehr gleichermassen auszahlen. Umso mehr lohnt es sich Strategien zu verfolgen, bei welchen Produkte und Dienstleistungen auf innovative Weise angeboten werden (Schwab, 2016). In dieses Gebiet fällt auch die digitale Disruption. Ein Thema mit welchem sich viele Firmen oder ganze Branchen oftmals erst dann beschäftigen, wenn es bereits zu spät ist. Dabei geht es auf der einen Seite darum, Gefahren für das eigene Geschäftsmodell rechtzeitig zu erkennen. Was geschieht, wenn nicht früh genug auf diese Gefahren reagiert wird, konnte bei Beispielen wie Uber in der Taxiindustrie und bei Airbnb in der Hotellerie mitverfolgt werden. Auf der anderen Seite geht es um die Frage, wie die Digitalisierung genutzt werden kann, um das eigene Geschäftsmodell auszubauen und so selbst zu einem aufstrebenden Disruptor zu werden und andere Unternehmen unter Druck zu setzen.

Bei der Erarbeitung von grundsätzlichen Lösungen werden die vier Haupteffekte, welche die vierte industrielle Revolution mit sich bringt, berücksichtigt. Dazu gehören die folgenden Punkte:

  • Kundenerwartungen ändern sich
  • Daten werten Produkte auf, dadurch wird die Anlagenproduktivität gesteigert.
  • Innovation wird mit Kooperationen gefördert
  • Betriebsmodelle werden in neue digitale Modelle umgewandelt.

(Schwab, 2016)

 

Digital Brain

 

Der Markt der Medizinaltechnik

Die Medizinaltechnik ist seit Jahren einem natürlichen Wachstum ausgesetzt. Die Ansprüche an die Medizin in der Gesellschaft steigen und sind mit ein Grund für das grundlegende Umsatzwachstum. Im Jahr 2017 wurde der Globale Markt auf 405 Milliarden US-Dollar beziffert (Radtke, 2019). Im Marktumfeld des Automated Liquid Handling betrug das Marktvolumen im Jahr 2016 585 Millionen US-Dollar (Sumant & Shaikh, 2017).

 

Laut einer veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Roland Berger (Berger, 2018), wird die Medizintechnikbranche in den kommenden Jahren ein beachtliches Potenzial bei Umsätzen und Arbeitsplätzen entfalten. Die Studie, die auf der MEDICA vorgestellt und vom Industrieverband SPECTARIS und der Messe Düsseldorf in Auftrag gegeben wurde, basiert auf einer Befragung von mehr als 200 Medizintechnikunternehmen, sowie auf zahlreichen weiteren Experteninterviews mit Versorgern, Start-ups, Kassenvertretern und der Politik. Laut dieser Studie werden sich die Umsätze mit digitalen Produkten und Services alleine in Deutschland bis 2028 mehr als vervierfachen, von 3.3 Mrd. EUR auf bis zu 15 Mrd. EUR und im Globalen Markt von 405 Mrd. auf 594.5 Mrd. US-Dollar (Radtke, 2019). Mittels neuer Technologien, welche die Industrie 4.0 charakterisieren – von der Konnektivität bis hin zu fortschrittlicher Analytik, Robotik und Automatisierung – haben diese das Potenzial, jedes Element des Pharmalabors innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre zu revolutionieren. Dem Globalen Markt des Automated Liquid Handling wird ein Wachstum vom 7.8% jährlich bis 2024 vorausgesagt und wird somit ein Volumen von 1 Milliarde US-Dollar im Jahr 2024 erreichen (Automated Liquid Handling Market Size, Analysis, Growth, 2018).

 

Die ersten realen Anwendungsfälle haben zu einer Produktivitätssteigerung von 30 bis 40% in bereits ausgereiften und effizienten Laborumgebungen geführt und eine ganze Reihe von Verbesserungen könnte zu einer Senkung der Gesamtkosten für die Qualitätskontrolle um mehr als 50% führen. Die Digitalisierung und Automatisierung werden, indem manuelle Fehler und Schwankungen reduziert und eine schnellere und effektivere Lösung von Problemen ermöglicht werden, eine bessere Qualität und Einhaltung von Vorschriften sicherstellen. Anwendungsfälle haben eine mehr als 65-prozentige Reduzierung der Abweichungen und eine über 90-prozentige Verkürzung der Abschlusszeiten gezeigt. Die Vermeidung von wichtigen Compliance-Problemen kann allein schon eine Kosteneinsparung in Millionenhöhe bedeuten. Darüber hinaus können eine verbesserte Agilität und kürzere Testzeiten die Vorlaufzeiten im Labor um 60 bis 70% reduzieren und schließlich zu Echtzeit-Freigaben führen (Han, Makarova, Ringel & Telpis, 2019).

 

Im Trendreport 2019 für Analysen-, Bio- und Labortechnik vermerkt Dr. Martin Brudermüller, Vorstandsvorsitzender der BASF SE, dass die Phase der Insellösungen in Laborumgebungen nun definitiv endet (Brudermüller, 2019). Der Fokus in Hinsicht auf das Labor 4.0 liegt auf smarten und vernetzbaren Labor- und Analysegeräten, die zentral und im Verbund gesteuert werden können und entlang der gesamten Wertschöpfungskette flexibel in die IT-Umgebung eingebunden sind. Interoperabilität von Instrumenten über einzelne Anwendungsgebiete hinweg ist heute gefragt. Vereinheitlichte Datenformate und Protokolle, aber auch erstklassiges Training der Geräteanwender, sind hierbei entscheidend und Voraussetzungen für smarte Lösungen.

 

Robotik

 

Disruption und neue Wege

Was ist der Grund für diesen kurzen Ausflug in prognostizierte Wachstumszahlen der Medizinaltechnik? Wie so manch andere Branche zuvor, konnten sich viele Marktteilnehmer aus diesem Segment auf einem gesunden Umsatzwachstum ausruhen, Kundenstämme ausbauen, weitere Arbeitsplätze schaffen und neue Märkte öffnen. Mit Anbetracht dieser Ausgangslage spielt der Fokus für neue Geschäftsmodelle, der Miteinbezug neuer Technologien und der grundsätzliche Ausbau des Digitalisierungsgrads oft nur eine sekundäre Rolle. Und genau hier befindet sich der initiale Punkt für einen zukünftigen Disruptor, sich mit neuen Methoden im Markt zu platzieren und bestehende Unternehmen unter Druck zu setzen. Ob dies über den Einstieg mit günstigeren Produkten funktioniert, kann in Frage gestellt werden. Gerade hier legen viele Direct Sales Kunden wie auch OEM Kunden (Original Equipment Manufacturers), erhöhten Wert auf die Sicherheit und Qualität der gelieferten Gerätschaften. Nicht nur wegen den signifikanten Kostenpunkten, die im Falle eines Qualitätsfehlers ausgelöst werden können (man nehme als Beispiel eine Kreuzkontamination, die in der Lagerung und Bewirtschaftung einer Blutprobe ausgelöst wird, weil die entsprechenden Hygienemassnahmen nicht eingehalten wurden), viel schlimmer wären die entsprechenden Reputationsrisiken, welche allenfalls irreparable Schäden nach sich ziehen könnten. Nein, viel mehr liegt der Kern der Disruption hier im Angebot einer holistischen Lösung die es ermöglicht, repetitive manuelle und fehleranfällige Arbeitsschritte durch Automation und Digitalisierung zu ersetzen. Gut funktionierende Insellösungen müssen sich zu einem Gesamtkonzept in Richtung Labor 4.0 transformieren. Maschinen müssen nicht nur miteinander kommunizieren können, Stichwort IOT (Internet of Things), um deren Wartung und Bewirtschaftung sicherstellen zu können, vielmehr muss der gesamte Laborraum zu einem intelligenten Hub werden, in welchem ein smartes Transportsystem die Konnektivität und Verbindung unter den verschiedenen Maschinen sicherstellt, um wieder auf das Beispiel der Proben zurück zu greifen.

 

Ein System welches autonom von aussen gesteuert werden kann und in Realtime die erforderlichen Controlling-Messgrössen liefert, die Logistik effizienter gestaltet und eine Schnittstelle zum internen ERP System liefert. Wieso? Hier kommt der nächste Punkt der langfristigen Kostenersparnis im Projektmanagement. Eine Vielzahl der befragten Unternehmen arbeiten zur Zeit noch mit einer Auswahl einzelner Tools und bewirtschaften die Kommunikation und Supportanfragen ihrer Kunden manuell. Gerade hier setzt der zukünftige Disruptor wieder an und verbessert die User Experience mit direktem Zugang zu der Softwareschnittstelle. Der Datenaustausch muss in Echtzeit funktionieren und der Kunde sollte zu jeder Zeit in Kenntnis sein, über den aktuellen Stand seiner Produkte, Maschinen, Projekte, Forschungsfortschritte und so weiter.

 

 

Hier kommt nun die erste Herausforderung zu tragen, wer bietet eine solche Softwareapplikation an, welche auf dem geforderten Sicherheitsstandard funktionieren kann und keine erheblichen Umschulungen abverlangt? Wir wissen, Disruption beginnt in der Einfachheit der Innovation, welche das Potenzial birgt auf einen grossen Markt adaptiert zu werden. Als nächstes wäre da die Komplexität zur Umsetzung einer beschriebenen Laborumgebung. Die allgemein gültige Standardlösung wird auf Grund der individuell gestalteten und verschachtelten Laborräumlichkeiten wohl kaum Anwendung finden, es sei denn ein Interessent zieht in Erwägung komplett von 0 zu beginnen. Man muss also Transportsysteme entwickeln, welche nicht von zu hohen logistischen Voraussetzungen geprägt sind. Was könnte dies sein, doch kein Schienensystem, sondern vielleicht eher eine Drohnenlösung oder selbstfahrende Transportfahrzeuge, wie lässt sich dies dann aber skalieren? Das Umfeld scheint definitiv noch Spielraum zu bieten, für geniale Entwickler und Ingenieure, welche sich in smarten Laborlösungen und der Konnektivität, sowohl digitaler als auch physischer Natur, verwirklichen möchten.

 

Ein Ansatz dennoch schon heute weitere Teile dieses Wachstumsmarktes für sich gewinnen zu können, wäre das bestehende Knowhow zu nutzen für die bedingten Voraussetzungen und den Bau eines solchen Systems und dessen vorangehende Planung. Die Auslagerung eines Robotikherstellers für Geräte der Medizinaltechnik, vom reinen Hardwarekatalog neu zum erweiterten Softwareanbieter. Eine Software mit welcher ich schon heute meine Vorstellungen des perfekten Labor 4.0 in 3D visualisieren könnte. Produkte platzieren, Verbindungen nachstellen, Anschlüsse und Reinräume sicherstellen und das ganze Transportsystem implementieren könnte. Diesmal allerdings nicht als proprietäre Lösung für einen bestimmten Hersteller, sondern offen nutzbar als Freemium / Subscription Modell für den gesamten und spezifischen Markt der Medizinaltechnik. Nicht nur wäre dies ein weiterer Schritt in die richtige Richtung zur zuvor geschilderten Gesamtlösung, nein die Anbieter einer solchen Software können zudem in ganz anderen Märkten und Kundensegmenten mitspielen, welche sich bis anhin nicht im Radius dieser Unternehmen befanden. Kunden und Interessenten welche in erster Linie ein reines Planungsinstrument nutzen möchten, später aber vielleicht auch auf die Hardware Produktepalette zurückgreifen auf Grund der bereitgestellten Servicequalität, werden zu ergänzenden Umsatztreibern. Die Abrundung einer optimierten User Journey, als Reaktion auf den Wandel des veränderten Konsumverhaltens.

 

Dies soweit als reiner erster Denkanstoss. In unseren weiteren Blogs zur Digitalisierung im Gesundheitswesen und spezifisch der Medizinaltechnik und Robotik, werden wir diese initialen Gedanken wieder aufgreifen und weiter ausführen.

Finanzkrise 2020 Teil 2/2

Autoren | Quellen

Le Bijou Blog

Starwerk.ch

Thema

Finanzen & Märkte

Die beiden Faktoren, die zur Krise in den Jahren 2019-2020 führen werden

 

In den meisten Industrieländern gibt es zwei Gegenwindströmungen, die das Wachstum des vergangenen Jahrzehnts bedrohen:

1.

a) Ende der QL und steigende Zinsen
b) Ungleichheit und der Aufstieg sozialpolitischer Instabilität

 

2.

a) Steigende Zinssätze und die Rückkehr der Vermögenspreise zum Durchschnitt

 

Einfach ausgedrückt, wenn das Verhältnis von Schulden zu BIP einen bestimmten Punkt überschreitet (zwischen 100 und 200% je nach Land, Präsident der Zentralbank und makroökonomischem Klima), neigen die Zentralbanken dazu, die Geldpolitik in Form einer Anhebung des Basiszinssatzes zu straffen. Sie werden auch strengere Kriterien für die Kreditvergabe von Banken festlegen (z. B. welcher Sektor, welche LTV-Rate usw.), üblicherweise in Form strengerer Stresstests.

 

Es gibt vier Hauptgründe für die Straffung der Geldpolitik:

 

  • Die Zentralbanken wollen die Inflation niedrig halten: Wenn das Wirtschaftswachstum an Dynamik gewinnt, steigt das Preisniveau tendenziell an, was zu Inflation führt. Der Basiszinssatz wird zum primären Regulierer, da er das Wirtschaftswachstum abkühlt. Die Zentralbanken müssen ihn erhöhen, um die Inflation zu kontrollieren.

 

  • Kontrollierte Entschuldung: Wenn die Gesamtverschuldung in einer Volkswirtschaft eine bestimmte Schwelle überschreitet, wird ein großer Teil des BIP in die Zinszahlung fließen, was nicht die produktivste Verwendung von Kapital darstellt. Wenn Unternehmen einen immer größeren Teil ihres Gewinns für Darlehenszinsen zahlen, bedeutet dies, dass Investitionen in ihre Mitarbeiter verloren gehen (durch Schulungen oder eine bessere Vergütung, die letztendlich zur Steigerung des Wachstums verwendet werden kann) und niedrigere Steuereinnahmen. Beides ist schlecht für das Wirtschaftswachstum.

 

  • Die Zentralbanken wollen ein Umfeld für eine höhere Kapitalallokationseffizienz schaffen: In Verbindung mit Nummer 2 wird eine pauschal niedrige Rate über alle Kreditaufnahmen hinweg Kapital möglicherweise nicht in den produktivsten Sektor gelangen lassen. Daher können Zentralbanken versuchen, durch den Erlass strengerer/selektiverer Kreditkriterien Kapital in die gewünschten Sektoren zu lenken.

 

  • Die Zentralbanken wollen das Wachstum verlangsamen, um eine starke Überhitzung zu verhindern, was zu noch schlimmeren Krisen führen wird: Die Anleger glauben, dass die Märkte nervös werden, wenn die Schuldenquote eine bestimmte Schwelle überschreitet, und sich daher die Kreditkosten der Regierungen automatisch erhöhen werden. Zentralbanker möchten daher das Wachstum proaktiv verlangsamen, um Überhitzung zu vermeiden und das Vertrauen zu stärken.

 

Chart about recessions

 

Bis vor Kurzem hat sich der Zinssatz in Einklang mit der Schuldenquote entwickelt. Quelle: ResearchGate

 

Der Gesamteffekt ist, dass Fremdkapital teurer und schwerer zugänglich wird. Die unmittelbare Auswirkung wäre ein Nachlassen der Nachfrage nach Finanz- und Sachwerten, was zu einem Preisrückgang führen würde. Wenn dies falsch gehandhabt wird, kann dies zu einem Teufelskreis führen, in dem:

 

  • Der Preis von Vermögenswerten sinkt, was zu einem Bewertungsrückgang führt;
  • Die Obergrenze für die Verschuldung überschritten wird, was dazu führt, dass weniger Kredite verfügbar sind;
  • Investitionen sinken und Einkommen (Gewinne) fallen;
  • Das Geschäft aufgrund der geringeren Rentabilität weniger wertvoll wird, was zu einem weiteren Rückgang der Bewertung führt;
  • Wenn sich das auf die gesamte Wirtschaft ausdehnt, kommt das Wachstum zum Erliegen.

 

b) Ungleichheit und die Zunahme sozialpolitischer Instabilität führen zum Aufkommen des Populismus und schließlich zu einem stärkeren wirtschaftlichen Niedergang

 

Der rasche Anstieg der Vermögenspreise als Folge der Zentralbankpolitik hatte die unbeabsichtigte Folge, dass sich die wirtschaftliche Ungleichheit in den Industrieländern verschärfte. Drei Faktoren trugen gleichermaßen dazu bei:

 

  • Der (durch diese Politik ausgelöste) erhöhte Vermögenspreis kam den Personen mit Vermögenswerten zugute. Dies bedeutete, dass die Kluft zwischen Menschen mit Vermögenswerten und denen ohne solche größer wurde;
  • Die Erhöhung des Vermögenspreises machte das Vermögen zudem weniger erschwinglich, wodurch die Wahrscheinlichkeit für Personen, die kein Vermögen hatten, jemals welches zu erwerben, sank -> Personen, die bereits über Vermögenswerte verfügen, konnten weiterhin Vermögenswerte erwerben und ihren Besitz vermehren -> Kluft hat sich verbreitert;
  • Durch die Zinssenkung sind die Anschaffungskosten für Vermögen wesentlich niedriger als zuvor. Die Kreditaufnahme zu niedrigen Zinssätzen wurde nur solchen Personen zugänglich, die bereits über Vermögenswerte verfügten.

 

So werden die Armen ärmer, während die Reichen (die im Besitz wachsender Vermögenswerte sind) reicher werden.

 

„Wir müssen uns Sorgen um den Wohlstandsunterschied und die geopolitischen Folgen machen.“, Ray Dalio

 

Der Zusammenhang zwischen zunehmender Ungleichheit, wachsendem sozialem Zusammenhalt und damit verbundener politischer Instabilität ist gut dokumentiert. Ungleichheit befeuert den Populismus, wie wir es mit dem Brexit, der Wahl von Trump, Salvini und dem Aufstieg der AfD in Deutschland gesehen haben. Die populistische Politik war in der Vergangenheit eine Bedrohung für das langfristige Wirtschaftswachstum. Daher sinkt das Vertrauen der Anleger in die Zukunftsaussichten der Weltwirtschaft.

 

Was passiert mit Ihrem Portfolio, wenn der nächste Tsunami eintritt?

 

Nehmen wir an, Sie befinden sich mitten im nächsten Marktabschwung. Was wird diesmal passieren? Wie fühlt es sich an? Wie werden Sie reagieren?

 

Betrachten wir eine hypothetische Kette von Ereignissen, die sich in absehbarer Zeit entwickeln könnte:

 

  • Nach zwei Jahren chaotischer Verhandlungen tritt Großbritannien ohne Austrittsabkommen aus der EU aus und schickte seine gesamte Wirtschaft in unbekannte Gewässer.
  • Das Pfund erreichte ein 30-Jahrestief gegenüber dem Dollar.
  • Proteste auf der Straße führten zum Rücktritt von Premierministerin May, und es wurden Parlamentswahlen abgehalten, in denen Jeremy Corbyn, ein überzeugter Sozialist, gewählt wurde.
  • Infolgedessen sank das Geschäftsvertrauen und die Unternehmensinvestitionen nahmen ab.
  • Inmitten der chaotischen politischen Szene wurden viele der in London abgeschlossenen EU-Derivatekontrakte rechtlich nicht durchsetzbar, was den Inhabern massive Verluste verursachte.
  • Das Marktvertrauen ging zurück und der FTSE 100 sank am Ende der Woche um 15% und am Monatsende um 30%.
  • Die britische Wirtschaft erlitt einen plötzlichen Abschwung. Aufgrund der historisch engen Handelsbeziehungen breitete der sich in der gesamten EU aus.
  • Die Abschwächung in der EU hat sich wiederum auf deren Handelspartner auf der ganzen Welt ausgeweitet.
  • Die Anleger begannen an der Gesundheit der Weltwirtschaft zu zweifeln, und die wichtigsten Indizes erlitten einen dramatischen Rückgang und sanken bis Ende des Monats um 25%.

 

In diesem hypothetischen Fall sehen Sie hier die potenziellen Auswirkungen auf Ihr 100.000-Dollar-Portfolio, das aus geografisch und nach Sektoren diversifizierten ETFs besteht, die aus der klassischen 60-40-Kombination aus Aktien und Anleihen bestehen:

 

  • Der Aktienanteil Ihres Portfolios wird um 25% von 60.000 USD auf 45.000 USD fallen;
  • Der Anleihenanteil ist widerstandsfähiger, kann aber immer noch um 15% von 34.000 USD sinken;
  • Infolgedessen wird Ihr Portfolio jetzt 79.000 US-Dollar wert sein und damit um 21% gefallen sein
  • Die Unternehmensgewinne können während eines Abschwungs gekürzt werden, was sich direkt auf die Dividendenausschüttung auswirkt. Es ist durchaus möglich, dass die Wachstumsraten der Dividenden um mehr als 15% sinken.

 

Hierbei handelt es sich um reale und nominale Einnahmen- und Bewertungsverluste, die die Anlegerpsychologie tiefgreifend beeinflussen und zu Panikverkäufen führen können, die den Marktrückgang verstärken.

 

Was können Sie tun, um Ihr Portfolio jetzt zu isolieren?

 

Der einfachste Weg, den Wert Ihres Portfolios während eines Abschwungs zu bewahren, besteht darin, Ihre Risikokonzentration zu diversifizieren, bevor der Markt das Risiko vollständig einschätzt.

 

Wenn wir das Risikospektrum betrachten, brauchen wir in einer idealen Welt ein Asset, das die folgenden 2 Kriterien erfüllt:

 

  • Standort in einer Gerichtsbarkeit mit hoher politischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Stabilität sowie einem günstigen Geschäftsumfeld. Diese Faktoren sind wichtig für die Werterhaltung;
  • In der Lage, stabile und steigende Einkommen zu generieren, die eine Wertsteigerung ermöglichen.

 

Schweizer Immobilien kommen einem sofort in den Sinn.

 

Als Nation hat die Schweiz einige vorteilhafte Eigenschaften:

 

  • Sie ist ein kleines, stabiles und neutrales Land;
  • Sie beherbergt eine hoch entwickelte Wirtschaft;
  • Als eine Nation, die enge bilaterale Beziehungen mit der EU unterhält und Bewegungsfreiheit akzeptiert, verzeichnet sie ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum;
  • Die Anzahl der Touristen pro Jahr ist sogar während der Großen Rezession kontinuierlich um 3% gestiegen.
  • Das Immobilienangebot ist relativ unelastisch (begrenzte Verfügbarkeit). Daher steigt bei steigender Nachfrage die durchschnittliche Rate pro Nacht, wodurch das Einkommenspotenzial erhöht wird.

 

Der Schweizer Immobilienmarkt ist historisch gesehen ausgeglichen. In letzter Zeit war die Kurve wegen der oben genannten Faktoren etwas aggressiver. Aufgrund der starken Unterstützung auf der Nachfrageseite ist der Immobilienpreis auch während der Großen Rezession stabil geblieben, was ihn zu einer attraktiven Absicherung gegen Marktschwankungen an anderen Orten macht.

 

Münsterhof Zürich

 

Wie komme ich zum Schweizer Immobilienmarkt?

 

Es gibt verschiedene Ansätze, und die genaue Methode hängt von den persönlichen Vorlieben und Umständen der Anleger ab.

 

Vermögens-wert Eintritts-barriere Kapital-rendite / Gewinn (p.a.) Kapital-schutz Gewinn Liquidität Transaktions-kosten Instandhaltungs-kosten Beispiel
Physisches Objekt CHF 200k min Bis zu 4 % Physisches Objekt < 2% Niedrig 1% 0,5-1,5% Alle Schweizer Makler
Anteile an einem Unternehmen der Immobilienbranche CHF 50k k.A. Physisches Objekt Bis zu 7% – 14% Niedrig 0% 0% Le Bijou Owners Club
Immobilienfonds CHF 1k 3% Gegen die Immobilie besichert 2-3% Niedrig: wenn geschlossen
Hoch: wenn offen gehandelt
0,01-1% 0,5-2% SXI Swiss RE Funds
Immobilien-anleihen CHF 10k 0% Gegen die Immobilie besichert 2 – 6,5%+ Niedrig 0% 0% Le Bijou-Anleihen

 

Schlussfolgerung

 

Wir haben ein Jahrzehnt außergewöhnlicher Renditen am Finanzmarkt genossen. Eine so lange Zeit der Stabilität kann unser Urteil oft trüben und uns glauben machen, dass dies die Norm ist. Die Geschichte lehrt uns jedoch, dass dies weit von der Wahrheit entfernt ist. Der Finanzmarkt ist volatil und es gibt Warnsignale im gesamten Spektrum, dass ein Abschwung bevorstehen könnte. Glücklicherweise stehen den Anlegern auf dem heutigen Markt zahlreiche Optionen zur Verfügung, um die Risikominderung bei ausgewogener Kapitalrendite zu erleichtern.

 

Quelle: Starwerk.ch

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