Wie Diversität und Innovation die Kultur in der Zukunft der Arbeit vorantreiben

Autor | Quellen

Severin Renold

Thema

Arbeitskultur und Diversität

Die Unternehmenskultur ist sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber zunehmend zu einem relevanten Anliegen geworden. Die Kultur einer Organisation bestimmt, wie ein Unternehmen arbeitet und denkt. Angefangen bei der Art und Weise, wie verschiedene Teams miteinander und mit Kunden interagieren, bis zur Weiterentwicklung von Prozessen und Dienstleistungen. Eine starke Kultur treibt die Leistung an und ermöglicht ein hohes Engagement am Arbeitsplatz. Untersuchungen zufolge ist die Unternehmenskultur ein zunehmend wichtiger Faktor, den Mitarbeitende vor und während der Arbeit für ein Unternehmen als Ausschlusskriterium sehen – noch vor der Entlöhnung.

Die Zukunft der Arbeit ist auf Vielfalt und Einbeziehung der Herkunft am Arbeitsplatz ausgerichtet. Beides wird im Hinblick auf die Zukunft zum zentralen Treiber in der Entwicklung positiver Kulturen. Sinnvolle Innovationen finden in verschiedenen Disziplinen statt. Lassen Sie uns einen Blick auf einige der Vorteile von Vielfalt und Innovation am Arbeitsplatz werfen.

 

– Sie ermöglicht es einem Unternehmen, verschiedene Strategien zur Lösung von Problemen anzuwenden

Ein Weg ist die Kreativität; die Nutzung von Meinungen von Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Persönlichkeiten und unterschiedlicher Hintergründe bringen innovative Wege zur Erfüllung verschiedener Aufgaben im Unternehmen hervor. Darüber hinaus hat es eine direkte Auswirkung auf den Kundenservice, d.h. wie die Mitarbeitenden ihren Kundenstamm bedienen. Vielfalt ist die Zukunft im gemeinsamen Dasein inkludierend der Arbeit, und sie ist ein ausgezeichneter Weg, um Innovationen zu fördern und die Unternehmenskultur zu verbessern.

 

– Sie bietet eine sichere Umgebung

Um den Innovationsraum in Ihrem Unternehmen zu schützen und voranzutreiben müssen Sie eine Umgebung schaffen, in der es sicher und erlaubt ist, Fehler zu machen. Die einzige Möglichkeit für ein Unternehmen, neue Ideen zu entwickeln besteht darin, andere Wege auszuprobieren die teilweise auch nicht funktionieren. Durch eine vielfältige Belegschaft ist jeder daran beteiligt und aufgefordert eigenständig zu denken, rationale oder radikale Entscheidungen zu treffen und Fehler zu machen. Aus diesem Grund sollten Unternehmenseigentümer Raum und Toleranz für Fehler schaffen, Incentives initiieren und eine Vorbildrolle einnehmen Innovationen und Fortschritt zu fördern.

 

Diversität, different Hands

 

– Ermutigt zur Entscheidungsfindung

Wenn Sie Mitarbeitende mit unterschiedlicher Ausbildung und unterschiedlichem Hintergrund haben, können Sie bessere Ideen entwickeln und Schlussfolgerungen verständlicher nachvollziehen. Außerdem können Sie neue Strategien zum Brainstorming verwenden, welche oftmals die besten Ergebnisse hervorbringen. Der Prozess ermutigt zur Entscheidungsfindung und fördert das unabhängige Denken des Teams am Arbeitsplatz.

 

– Förderung der Organisationskultur

Die Vielfalt am Arbeitsplatz birgt nicht erst seit jüngster Zeit einen Verkaufsgaranten. Es bedeutet, vielfältige Mitarbeitende an Bord zu bringen, die durch Verkaufsziele geeint werden – und darüber hinaus eine lebendige Innovationsumgebung und Kundenorientierung verinnerlichen. Dies wird letztendlich dazu führen, dass das Unternehmen auf ein neues Niveau gebracht werden kann.

 

Abschließende Gedanken

Abschließend lässt sich sagen, dass Vielfalt und Innovation Hand in Hand gehen und kein Unternehmen erfolgreich sein kann, ohne diese beiden Aspekte zu berücksichtigen. Sie können nicht kompromittiert werden, sondern sind eher die Grundlage für erfolgreiche Unternehmen, insbesondere am Arbeitsplatz. Die Arbeit in vielfältigen Teams ist vorallem Anfangs nicht einfach und verlangt von allen Beteiligten, dass sie ihren Arbeitsstil und ihre Denkweise anpassen um den Konsens und Kompromisse zu finden. Allerdings mündet diese Herangehensweise oftmals in nachhaltigem Erfolg, gerade hinsichtlich der immer präsenteren Globalisierung und internationaler Kundschaft.

Die Schweiz und der Fintech Markt

Autor | Quellen

Severin Renold

admin.ch

parlament.ch

booster, Magazin für Startups und Investoren

Thema

Finanztechnolgie in der Schweiz

Rahmenbedingungen Schweiz

Die Schweiz ist ein Land mit besonders guten Rahmenbedingungen für Neugründungen. Eine stabile Währungspolitik, Sicherheit, eine funktionierende Demokratie, das Steuerregime und die florierende Volkswirtschaft sind nur einige Gründe, wieso sich internationale Unternehmen immer wieder für das kleine Land im Zentrum Europas entscheiden. Insbesondere durch die diversen Branchenvereinigungen oder parlamentarischen Vorstössen wie das Postulat Derders, richtet sich die Aufmerksamkeit des Bundes auch immer mehr auf junge starkwachsende Technologieunternehmen und den Massnahmen, welche das Gründerverhalten positiv beeinflussen könnten. Nicht zu Letzt wird aus dem Bericht des Bundesrates im Jahr 2017 ersichtlich, dass eine niedrigere Gründungs- oder Erfolgsquote im internationalen Vergleich (etwa gegenüber den USA oder Israel) nicht prioritär den Rahmenbedingungen geschuldet ist, sondern der hohen Erwerbsbeteiligung und den guten Einnahmemöglichkeiten im Angestelltenverhältnis. Dies verwässert die Option ins Unternehmertum zu starten durch das Ungleichgewicht im Chancen – Risikoverhältnis und bildet somit grundsätzlich eine Hemmschwelle. Eine Herausforderung, die es zu untersuchen gilt, da es schliesslich auch die Neugründungen und ein gesunder Wettbewerb sind, welche die Innovationskraft in einer Volkswirtschaft vorantreiben und somit den Wohlstand der Bevölkerung erhöhen.

 

Aspekte FinTech

 

Gerade im Fintech Bereich tat sich einiges in den letzten Jahren, so konnte beispielsweise der Kanton Zug eine Vielzahl neuer Fintech Firmen verzeichnen und wird gar als neues Crypto Valley bezeichnet von der Community. Dies sei das Resultat einer unternehmerischen Herangehensweise in der Bearbeitung administrativer Fragen, heisst es von der Seite der Wirtschaftsförderung. Während sich andere Länder dem Thema Blockchain und Kryptowährungen vehement verschlossen auf Grund der Neuheit der Technologie und vielen Unklarheiten, so suchte man in Zug nach Lösungen und versuchte einen geeigneten Rechtsrahmen zu bilden, welchen den Ansprüchen sämtlicher Stakeholder gerecht wird. Doch noch immer zeigt sich eine hohe Abwanderung an Startups, welche die ersten 2-3 Finanzierungsrunden erfolgreich meistern konnten und nun auf mehr Kapital angewiesen sind für die internationale Expansion. Hier gibt es nur wenige Risikokapitalgeber (nicht nur in der Schweiz sondern in gesamt Europa), welche kontinuierlich Checks in der CHF 20 – 50 Mio Höhe ausstellen, was derartige Unternehmen zwingt, ihre Aufmerksamkeit Richtung Silicon Valley zu richten oder anderen risikokapitalstarken Nationen.

 

Private Equity Investitionen in der Schweiz nach Phasen

 

Betrachtet man die Statistik der Universität Duisburg-Essen aus dem European Startup Monitor 2016 so sieht man, dass die Schweiz vor allem eine hohe Anzahl an Startups in der Seed und Startup Stage aufweist. Dies ist zwar grundsätzlich positiv und befeuert den Wettbewerb, allerdings werden zum grossen Teil in den danach folgenden Phasen viele Arbeitsplätze geschaffen und Gewinne erzielt, wovon die Volkswirtschaft profitieren kann, neue Infrastrukturen gebildet werden und durch Investitionen auf Regierungsebene die allgemeine Lebensqualität gesteigert wird.

 

Anzahl Startups in der Schweiz nach Phasen

 

Dies scheint nicht unbemerkt zu bleiben. So wird zur Zeit diskutiert über bessere Anschlussmöglichkeiten zu Europäischen Kapitalgefässen oder etwa Allokationsoptionen aus hiesigen Pensionskassengeldern (zu einem sehr kleinen prozentualen Anteil), in Risikokapital Assets. Ausserdem verfolgt man diverse Initiativen, auch die Rahmenbedingungen für Risikokapitalgeber zu optimieren, etwa durch eine Änderung in der Besteuerung der Unternehmensbewertung, also der Vermögenssteuer, hin zu einer mehr ertragsfokussierten Besteuerung, welche bei Jungunternehmen ohnehin wegfällt in den ersten Jahren. Aber auch von unmittelbaren Massnahmen wird nicht abgesehen. So hat das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen gemeinsam mit Branchenvertretern das Green Fintech-Netzwerk ins Leben gerufen. Damit soll unter anderem das Zusammenspiel von nachhaltigen Finanzdienstleistungen und digitaler Technologie gestärkt werden. In diesem Netzwerk seien die wichtigsten Akteure der Branche vertrete, so das SIF, darunter Green Fintech-Unternehmen und -verbände, Risikokapitalfirmen, Universitäten und Fachhochschulen sowie Beratungsunternehmen und Anwaltskanzleien. Der Auftrag dieses Netzwerkes bestehe darin, aufzuzeigen, in welchen Bereichen die Rahmenbedingungen für Green Fintechs in der Schweiz verbessert werden können.

 

Aber auch auf der Corporate Seite tut sich was. So tritt beispielsweise die UBS in eine Vorbildsrolle mit der Gründung von UBS Next. UBS will enger mit Fintechs und dem Technologie Ökosystem zusammenarbeiten. Dafür richtet die Grossbank ein neues Portfolio ein, welches mit rund USD 200 Mio ausgestattet ist, welches in digitale Unternehmungen investiert. Als mögliche Kooperationspartner nennt UBS interne Initiativen und bestehende strategische Partnerschaften. Aber auch externe Kooperationen mit Technologieunternehmen, Startups, Aufsichtsbehörden und der Wissenschaft seien möglich. Zu den Zielsetzungen dieser Lancierung zählen die Mitentwicklung digitaler Innovationen, Modernisierung und Modularisierung technischer Anlagen, die Nutzung neuer Technologien wie Public Cloud, Mikrodienstleistungsarchitekturen und künstliche Intelligenz. Prioritär wird UBS Next direkt in Fintechs der Frühphase investieren, so heisst es.

 

Die grundlegende Bewegung ist also vielversprechend und es bleibt zu hoffen, dass noch weitere Grossunternehmen nachziehen und parlamentarische Vorschläge realisiert werden.

 

FinTech

Reflektion zu den jüngsten Marktgeschehnissen

Autoren | Quellen

Severin Renold

Der Aktionär

Thema

Aktienmarkt und Bitcoin

Übertreibung und Überreaktion = Volatilität und Blasenbildung

Die Börsen drehen zu Beginn des neuen Jahres mächtig auf. Wirken regelrecht befreit, beflügelt. Der – wenn auch mancherorts verunglückte – Start der Impfungen gegen das Coronavirus, die Präsidentschaft von Joe Biden samt zu erwartendem Green Deal, die weiterhin lockere Geldpolitik der Notenbanken: Diese Mixtur wirkt positiv auf das Gemüt vieler Anlegerinnen und Anleger. Ob Aktie oder Bitcoin – die Mixtur scheint beinahe über alle Assetklassen hinweg ihre Wirkung zu entfalten. Wer jedoch genauer hinsieht, erkennt erste ernste Anzeichen einer Übertreibung.

 

Offensichtlich wird das Ausmass der Übertreibungen beim Blick auf den Kursverlauf des Bitcoin. Jener Kryptowährung, an der sich nach wie vor die Geister schieden. Wertlose Bytes oder doch ernst zu nehmende Alternative zu Fiat Währungen? Die Antwort darauf: Der Kurs des Bitcoin hat sich zuletzt innerhalb weniger Wochen verdoppelt. Anschliessend ging es um rund ein Viertel wieder runter. Doch Märkte müssen atmen. Je schneller sie steigen, desto dünner wird die Luft, desto bedrohlicher die Höhe. Deswegen ist es richtig und wichtig, dass die Teilnehmer ihnen hin und wieder eine Pause gönnen. Zum Verschnaufen, zum Luftholen. Alles andere wäre ungesund. Die Korrektur beim Bitcoin kam daher gerade noch rechtzeitig. Zu stark ist die Notiz in zu kurzer Zeit gestiegen. Der Absturz sichert beides: die Gewinne jener, die jetzt die Reissleine gezogen haben. Und die Chance, zu vernünftigen Konditionen reinzukommen, für all jene, die bisher nur stauend am Seitenrand standen. Gemischte Signale sendete die Regierung oder etwa Aussagen von Christine Lagarde, welche die bessere Regulierung der Kryptowährung fordert. Dies bestätigt zwar, dass die Nischen Community immer ernster genommen wird und doch verbreitet es die Angst und Unsicherheit zu der künftigen Entwicklung und Nutzungseinschränkung.

 

Mit Blick auf die Aktienmärkte geben Einzelfälle Anlass zur Sorge. Mittendrin der reichste Mensch der Welt. Als Elon Musk den Messenger Signal empfahl, schoss die Aktie der gleichnamigen Firma Signal Advance um 1100 Prozent in die Höhe. Wer hier investierte, machte sich nicht die Mühe, zu prüfen, wer hinter dem Messenger steckt. Signal Advance jedenfalls ist es nicht, der Hype um die Aktie vollkommen unbegründet.

 

Ähnliches ist im Wasserstoffsegment zu beobachten. Die Aktien qualitativ guter Firmen steigen rasant schnell. Immerhin: Dieser Anstieg wird von guten Nachrichten begleitet, etwa dem Deal zwischen Plug Power (die Aktie hat sich seit dem Jahreswechsel im Wert verdoppelt) und Renault.. Doch das hohe Interesse der Anleger versuchen inzwischen auch halbseidene Aktien Promoter auszunutzen. Dass es ausreicht, eine Aktie mit Wasserstoff zu labeln, um sie massiv nach oben zu bewegen, kann einem etwas Sorge bereiten.

 

Wasserstoff

Privacy Coins analysiert anhand von Monero und Dash

Autor | Quelle

Severin Renold

 

Thema

Kryptowährungen & Blockchain

Vergleich von Privacy Blockchains

 

Einleitung

Um die Herleitung und Erklärung von privaten Blockchains möglichst verständlich und einfach aufzuzeigen, bietet sich der Vergleich mit Bitcoin, der bekanntesten auf der Blockchain Technologie aufbauenden Kryptowährung. Mit der Idee ein komplett dezentrales und unveränderbares System zu kreieren, indem Vertrauen durch Krypto-graphie ersetzt wird, rief das Pseudonym Satoshi Nakamoto 2008 das Bitcoin Whitepaper ins Leben.

 

Konsensus über einen Zustand wird hierbei durch Mining geschaffen, dem Lösen von kryptographischen Rechnungen, welche auf Grund ihrer Komplexität nach dem Zufallsprinzip in Form von «Raten» funktioniert und daher Geschwindigkeit und Effizienz ausschlaggebende Faktoren darstellen, welche durch Rechenkapazität gestemmt werden muss. Partizipanten auf der Blockchain werden mit einem Public Key identifiziert und das Protokoll sämtlicher Transaktionen auf dezentral verteilten Nodes transparent einsehbar abgespeichert. So bietet das System zwar eine nahezu 100 prozentige Anonymität, da man sich mit einer Nummer statt einem Namen anmeldet und inter-agiert, aber auch eine nahezu 100 prozentige Transparenz, da sämtliche Aktionen bis zu deren Ursprung nach-vollzogen werden können. Dieser Zustand führt zum Begriff Pseudoanonymität und ist für viele Nutzer ein Dorn im Auge, da die fortlaufende Digitalisierung und Umstellung auf elektronisches Geld zu einer immer grösseren Einschränkung der Privatsphäre führt, was schliesslich schnell mit den Grundrechten der Menschen in Verbindung gebracht wird. Hier entsteht ein Interessenskonflikt, da die Regierung eine möglichst hohe Transparenz forciert, um Themen wie Schwarzgeld, Steuerhinterziehung oder etwa Terrorfinanzierung zu bekämpfen, auf der anderen Seite aber der komplette Entzug der Privatsphäre droht.

 

Übersicht zu Blockchain

 

Unter anderem aus diesem Grund entstand die Initiative der Privacy Blockchains. Diese sollen es ermöglichen, mit den selben Vorteilen der Dezentralität eine höhere Privatsphäre zu gewährleisten und somit die Grundrechte der Nutzer schützen. Auch die Interoperabilität wird ein Stück weit optimiert, was mit dem Begriff tainted Coins zusammenhängt. Um wieder den Vergleich herzustellen: Ein bitcoin ist nicht fungibel, kann also per Definition nicht willkürlich mit einem anderen bitcoin aus-getauscht werden, wie das mit einfachem Bargeld der Fall ist und eine Voraussetzung für ein einwandfrei funktionierendes Kapitalsystem darstellt. Stammt ein bitcoin beispielsweise aus betrügerischen Machenschaften o-der sonstigen fragwürdigen Transaktionen, so ist er getainted (verdorben) und wird von der Community nicht mehr gerne angenommen, rein weil er an Wert verloren hat oder nahezu wertlos ist, auf Grund der Nachvollziehbarkeit dessen Herkunft. So wird das System von Zeit zu Zeit immer schwerer und weniger skalierbar auf Grund der eingeschränkten Stückzahl an einwandfreien Coins. Mit diesem Hintergrund als zusätzlicher Aspekt, wurden die beiden nachfolgenden Privacy Coins so aufgesetzt, dass sie komplett fungibel, also zu 100% aus-tauschbar sind und auch die Transaktionsgeschwindigkeit zu Gunsten der höheren Skalierbarkeit um ein Vielfaches verbessert wurde.

 

Blockchain Blocks

 

Monero
Monero ist eine der zuvor angedeuteten Kryptowährungen, welche das Anonymitäts- bzw. Privatsphären Problem lösen möchte. Der Name ist der Sprache Esperanto entnommen und bedeutet Münze. Gestartet im April 2014, basiert der Code auf einem Fork des CryptoNote Protokolls Bytecoin, initiiert von Core-Entwicklern, darunter bekannt jener mit dem Decknamen thankful_for_today. Monero verwendet zur Bildung der Dezentralität und Konsensusfindung den Proof-of-Work (POW) Mechanismus und nutzt dazu RandomX, einen ASIC-resistenten und CPU-freundlichen POW-Algorithmus, der von Mitgliedern der Monero-Community entwickelt wurde, um den Einsatz Mining spezifischer Hardware unmöglich zu machen. Dies macht es weniger rechen- dafür mehr Speicherintensiv und allgemein dezentraler. Zuvor verwendete Monero CryptoNight und Variationen dieses Algorithmus. Die ausgeschütteten Beträge als Incentivierung für das Mining werden kontinuierlich herabgesetzt bis zum Erreichen des definierten Supply Caps, voraussichtlich im Jahr 2022, nachdem wird der Betrag pro Block auf 0.06XMR festgelegt. Anonymität und die eigentliche Innovation der Technologie hinter Monero verbirgt sich allerdings in der Ringsignatur (RingCT). Hierbei werden pro Block eine Anzahl an User zusammengefasst, welche einen Teil ihrer eigenen Transaktion, sowie einen Teil der Transaktionen der anderen Blockteilnehmer signieren. Von Aussen betrachtet kann somit zwar bestätigt werden, dass die Transaktionssumme gesamthaft stimmt und verifiziert werden kann, allerdings nicht wer welche Summe an wen genau schickt. Teile verschiedenster Signaturen verschmelzen somit pro Transaktion zu einer einmaligen unverwechselbaren Signatur zur Gewährleistung der Privatsphäre. Weder Sender, Empfänger noch die jeweilige Transaktionshöhe können festgestellt werden durch die zusätzliche Verschleierung mittels Stealth Addresses.

 

Monero

 

Dash
Auch Dash ist ein sogenannter Privacy Coin, der 2014 aus einem Fork von Litecoin ins Leben gerufen wurde. Dash steht für «Digital Cash» und wie der Name bereits erahnen lässt, soll die Kryptowährung vor allem für alltägliche Zahlungsvorgänge genutzt werden. Als Konsensus Mechanismus setzt Dash auf POW, wobei der verkettete Hashing Algorithmus X11 zum Einsatz kommt. Nebst den Minern sorgen auch die sogenannten Masternodes (>1000 DASH) für Sicherheit im Netzwerk. Beispielsweise stimmen sie über die weitere Entwicklung von Dash ab und erhalten für ihren Aufwand einen Anteil an den Mining Erträgen. Des Weiteren ermöglichen die Masternodes durch die Funktion «PrivateSend» anonyme Transaktionen, was zugleich eine zentrale Funktion von Dash ist. Die Masternodes fungieren dabei als Art «Mixer», wobei «PrivateSend»-Transaktionen in den Masternode-Pool gelangen und mit den hinterlegten Coins gemischt werden. Eine weitere Transaktionsart, die Dash bietet, heisst «InstaSend». Mit ihr können Zahlungen innert wenigen Sekunden durchgeführt werden, was für ein alternatives Zahlungsmittel sprechen würde. Um die Blockchain stetig zu verbessern, müssen Ryan Taylor (CEO) und das Dash Core-Team über die Blockchain finanziert werden. Dies geschieht über die Erträge aus dem Mining, welche mittels Smart Contracts folgendermassen aufgeteilt werden: 45% Miner, 45% Masternode Reward (Proof of Service) und 10% Dezentralisiertes Governance Budget (Dash Core Team & Entwicklung). Im Vergleich zu Monero ist Dash etwas zentraler, da sowohl eine registrierte Firma als auch der CEO öffentlich bekannt und somit angreifbar ist. Zudem hat Dash ein definiertes Fundingbudget und nutzt einen grossen Teil davon auch für Marketingzwecke, während Monero und dessen Projekte voll von der Community getragen wird und kein festes Budget definiert wurde.

 

Dash

 

Fazit
Sind Privacy Coins nun gut oder schlecht? Gegner argumentieren auf diese Frage, dass Privacy Coins für illegale Zwecke wie Geldwäsche, Drogen oder Lösegeldforderungen eingesetzt werden können. Dies ist unumstritten und führte in der Vergangenheit des Öfteren zu negativen Schlagzeilen. Befürworter hingegen könnten argumentieren, dass Coins wie Monero und Dash nebst dem Lösen des Problems mit der Fungibilität, die Privatsphäre der Nutzer schützt. Volle Transparenz auf der Blockchain mag seine Vorteile haben, jedoch auch seine Nachteile. Privacy Coins bieten den Besitzern bei der Anwendung eine gewisse Anonymität, was besonders bei sehr privaten Angelegenheiten von zentraler Bedeutung ist. Aus diesem Grund sollten private Coins ihren Platz im Krypto-Ökosystem erhalten und auch bei zukünftigen Anwendungen berücksichtig werden. Jedoch ist deren Bestehen noch immer äusserst fraglich, wobei mit Komplikationen mit Regierungen oder Exchange Delistings gerechnet werden muss. Abschliessend lässt sich sagen, dass die Technologien der Privacy Coins viele unterschiedliche Ausprägungen haben können und sich deren jeweilige Eignung vom genauen Use Case abhängt. Absehbar könnten Privacy Coins vor allem Nutzen für eine Lead Community finden, eher unwahrscheinlich aber für den breiten Mainstream.

Die Schweizer Börse im Aufschwung

Autor | Quelle

Severin Renold
Prime Partners
Swissquote

Thema

Die Schweizer Börse und die Entwicklung diverser Industrien

Was passiert am Schweizer Kapitalmarkt?

 

Der Swiss Market Index (SMI) hat nach dem Einbruch im März wieder fast zu alter Stärke zurückgefunden. Die Performance der Unternehmen fällt jedoch sehr unterschiedlich aus. Nach dem massiven Rückgang vom März hat der SMI – der Index der 20 grössten Schweizer Unternehmen – wieder Boden gutgemacht. Anfang Juni lag er bereits bei über 10’000 Punkten und damit nur 6% unter dem Stand von Anfang 2020. Zum Vergleich: Der italienische Leitindex MIB fiel im gleichen Zeitraum um 19%, der französische CAC40 um 18.5% und der DAX in Deutschland um 9%. „Die Schweizer Börse übertrifft alle wichtigen Märkte“, so Eleanor Taylor Jolidon, Co-Leiterin Schweizer & globale Aktien bei der Union Bancaire Privée (UBP). Woran das liegt? „Unternehmen aus den USA und der Schweiz erreichen weltweit die höchste Wertschöpfung“, erklärt Taylor Jolidon weiter. „Das Umfeld ist schwierig für Unternehmen, die auf ein starkes Wachstum angewiesen sind. Dies ist bei den meisten Schweizer Unternehmen nicht der Fall. Deshalb erwarte ich, dass der hiesige Markt weiterhin eine Outperformance erzielen wird.“

 

Die Schweizer Unternehmen sind bestens aufgestellt, um Krisen wie diese zu überstehen. „Sie sind international ausgerichtet. So werden konjunkturelle Schwächephasen in einzelnen Regionen durch die Entwicklung in anderen Ländern ausgeglichen. Wer auf vielen Märkten präsent ist, kann Krisen besser abfedern“, erklärt Jérôme Schupp, Finanzanalyst bei Prime Partners. „Zudem sind Schweizer Unternehmen häufig Marktführer oder nehmen eine führende Position in ihrem Segment ein, sodass man an ihnen nicht vorbeikommt.“ Doch es ist nicht alles rosig. „Wir sind von einem übertriebenen Pessimismus zu einem etwas zu grossen Optimismus übergegangen“, fügt Jérôme Schupp hinzu. „Die Märkte sehen die Pandemie als eine vorübergehende Krise, der eine starke Erholung folgen wird. Doch die Schwierigkeiten beginnen gerade erst.“ So sieht das auch Eleanor Taylor Jolidon: „Die Lage der Weltwirtschaft ist äusserst fragil. Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren – fast 40 Mio allein in den USA -, und ich bin mir nicht sicher, ob sie schnell wieder eine Stelle finden werden“, erklärt die UBP-Managerin. „Es herrscht derzeit viel Optimismus an den Märkten, ich rechne jedoch mit Korrekturbewegungen und einigen schmerzhaften Überraschungen, gefolgt von erneuter Euphorie.“

 

Börse und Virus

 

Der aktuelle Optimismus ist unter anderem auf die Unternehmensergebnisse für das erste Quartal 2020 zurückzuführen. Sie fielen besser aus als erwartet. „Die Märkte sind sehr emotional“, so Eleanor Taylor Jolidon. „Man hat sich die Ergebnisse für das erste Quartal angeschaut und ist zu dem Schluss gekommen, dass doch nicht alles so schlimm ist. Das wichtigste sind jedoch nicht die Zahlen der Vergangenheit, sondern künftige Entwicklungen und vor allem auch jene nach dem Lockdown.

 

Der SMI nimmt in gewisser Weise eine Sonderstellung ein. „Dieser Index ist nicht repräsentativ für die Schweizer Börse angesichts der drei Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé, die sich in der Krise besser als der Gesamtmarkt behauptet haben und über gute Aussichten verfügen“, erläutert Jérôme Schupp. „Wenn man sich die anderen Unternehmen im SMI oder sämtliche in der Schweiz kotierten Unternehmen ansieht, ergibt sich ein gemischteres Bild.“ Der Betreiber von Duty-free-Shops an Flughäfen Dufry etwa ist schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffen, seine Einnahmen sind fast auf null gesunken (-94% im April). Logitech konnte während der Corona-Beschränkungen hingegen die Verkäufe von Webcams um 32% und von Zubehör um 60% steigern. Man sollte sich demnach nicht so sehr auf Indizes wie den SMI oder auf ganze Sektoren blicken. Anleger sollten sich vielmehr auf Unternehmen konzentrieren, die Wert schaffen.

 

Die Pharma- und Lebensmittelindustrie

Es ist nicht überraschend, dass es der Pharmaindustrie in Zeiten einer Gesundheitskrise gut geht. Roche profiliert sich beispielsweise durch seine Expertise in der Diagnostik und innovativer Produkte und erweist sich somit im Kampf gegen Covid-19 als entscheidend. Das Basler Unternehmen kann zudem auf sein Medikament Actemra zählen, das zur Behandlung von Patienten mit schweren Lungenkomplikationen eingesetzt wird. Lonza unterschrieb im Mai einen Vertrag mit dem US-Biotechunternehmen Moderna Therapeutics, um bei der Herstellung eines Impfstoffs gegen Covid-19 mitzuwirken. Im Erfolgsfall könnte das Schweizer Chemieunternehmen, dessen Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 7.4% gestiegen ist, zu einem der Hauptakteure bei der Herstellung des lang erwarteten Coronavirus-Impfstoffes werden. Auch Givaudan behauptet sich gut. Der Genfer Hersteller von Aromen und Duftstoffen, dessen Luxusparfüm-Sparte in Mitleidenschaft gezogen wurde, hat frühzeitig einen Teil der Produktion auf die Herstellung von Desinfektionsmitteln umgestellt. Der Nahrungsmittelriese Nestlé profitierte im ersten Quartal von Vorratskäufen der Kunden wegen der Corona-Pandemie.

 

Pharma, Medizin, Hospital

Die Chip Invasion

Autor | Quelle

Severin Renold
Swissquote

Thema

Mikrochips und Geopolitik

Mikrochips wohin das Auge reicht

 

Sie sind überall: in unserem Haus, unserem Auto, an unserem Arbeitsplatz und bald sogar unter unserer Haut. Seit sie in den 1950er Jahren erstmals auftauchten, haben Mikrochips weltweit Verbreitung gefunden. Chips sind Teil unserer Alltagsgeräte. Seit 2018 verlassen jedes Jahr mehr als eine Billion Chips die Fertigungsanlagen – riesige Fabriken, die Halbleiter für alle Technologieunternehmen herstellen, von Apple und Nvidia bis zu Qualcomm und Huawei. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Die Grundtendenz für die nächsten Jahre deutet auf immer mehr Halbleiter hin, gemäss Hugo Paternoster, Branchenexperte bei AlphaValue. „Je mehr vernetzte Objekte, darunter auch Autos, es geben wird, desto mehr Chips werden auch gebraucht.“ Auch wenn sich am Horizont goldene Zeiten abzeichnen, macht der Halbleitermarkt schwere Zeiten durch. Schon vor der Corona-Krise erlebte der Markt 2019 ein enttäuschendes Jahr, in dem die Umsätze um 12.8% auf 409 Mrd. USD zurückgingen.

 

personal-computer-motherboard-4316

 

So stark wie in zehn Jahren nicht. „Die makroökonomische Situation 2019 war schwierig, durch das langsamere Wachstum in China, den chinesisch-amerikanischen Handelsstreit und den schleppenden Smartphone-Absatz“, fasst es Frédéric Yoboué, Branchenanalyst für die Bank Bryan, Garnier & Co zusammen. „Dass die Priese so brutal eingebrochen sind, lag auch daran, dass die Chiphersteller 2017, als die Halbleiterpreise ganz oben waren stark investiert hatten. Als dann die Nachfrage Ende 2018 zurückging, standen sie mit viel zu hohen Chipbeständen und überschüssigen Produktionskapazitäten da, was zu einem starken Preisverfall geführt hat.“

 

Für alle Beteiligten sollte 2020 der Aufschwung beginnen. Die World Semiconductor Trade Statistics prognostizierte im Dezember 2019 ein Wachstum von 5.9% für 2020 und von 6.3% für 2021. Doch dann kam Covid-19 und machte die guten Aussichten zunichte. In einer im April publizierten Studie geht die Unternehmensberatung McKinsey inzwischen davon aus, dass die Nachfrage nach Halbleitern 2020 im Vorjahresvergleich um 5 – 15% zurückgehen wird. Zu den Unternehmen, die es am härtesten trifft, gehören vor allem solche, die Mikrochips für Smartphones (Qualcomm, MediaTek) oder Autos (Infineon, NXP) herstellen. Sie bekommen den Einbruch von Produktion und Konsum mit voller Wucht zu spüren. Nicht zu letzt, weil Konsumenten in Zeiten der Krise weniger technischen „Schnickschnack“ erwerben.

 

Ganz anders verhält es sich mit Playern aus der Cloud-Industrie oder etwa der aufkommende 5G Standard, welcher nicht nur für Handychips, sonder vielmehr auch für autonome Fahrzeuge von Bedeutung sein wird. Die Elektrifizierung der Fahrzeugflotten udn langfristig ihre Automatisierung sind für die Halbleiterindustrie von enormer Wichtigkeit. Während in einem heutigen Verbrenner Chips im Wert von ca. 370 USD verbaut sind, so sind es im elektronischen Pendant bereits Chips im Wert von 820 USD und können bei autonom fahrenden Vehikeln bis zu geschätzten 2’000 USD reichen. Um die Fahrzeuge autonom zu machen, muss ihre Kapazität mit Hilfe künstlicher Intelligenz gesteigert werden, einem Sektor, der in den Augen der Halbleiterindustrie das wahre Paradies darstellt. Dem Marktforschungsunternehmen IHS Markit zufolge ist zu erwarten, dass sich der Umsatz mit Computerchips für Systeme künstlicher Intelligenz in allen Bereichen (Informatik, Gesundheitswesen, Automobil, Telekommunikation, Industrie) in sechs Jahren verdreifacht, von 42.8 Mrd. USD 2019 auf 128.9 Mrd. USD im Jahre 2025.

 

sience-fiction-autonomes Chip Fahrzeug

 

Wer macht das Rennen?

Donald Trum ist kein Geek, sondern Immobilienunternehmer. Wie wichtig die Halbleiterindustrie ist, hat der aktuelle Bewohner des Weissen Hauses aber zweifellos verstanden. Demnach ist die Entscheidung klar nachvollziehbar, dass die USA die Kontrolle über Entwicklung und Produktion dieser elektronischen Bauteile behalten wollen. Der Sektor wird von US Firmen beherrscht, und der Handelskrieg, den Präsiden Trump gegen den chinesischen Telekommunikationsausrüster Huawei führt, zielt vor allem darauf ab, Peking daran zu hindern, entsprechende Kompetenzen aufzubauen. China mag zwar die Fabrik der Welt sein, doch Halbleiter sind nach wie vor eine Schwachstelle. Im Februar 2019 berichtete das Center for Strategic and International Studies (CSIS), dass China nur 16% der im Land verbauten Halbleiter produziere. Das reicht nicht, um unabhängig zu sein.

 

Doch der Druck aus Washington wird möglicherweise nicht den gewünschten Effekt haben. Anstatt sich zu fügen, entwickelt China nun seine eigene Industrie im Schnellverfahren und investiert gewaltige Summen. Bis 2020 will die Volksrepublik 40%, bis 2025 sogar 70% aller Halbleiter, die im Land gebraucht werden selbst herstellen. Die Auswirkungen dieser Politik sind bereits sichtbar: HiSilicon, die Halbleitersparte von Huawei, hat im ersten Quartal 2020 den Sprung in die Top Ten der weltweiten Chiphersteller geschafft, wie CSIS berichtet. Bislang entwickelte HiSilicon nur die Chipsätze und elektronischen Bauteile, die Produktion erledigte dann der taiwanische Konzern TSMC. Inzwischen vergibt HiSilicon seine Fertigungsaufträge jedoch zunehmend an SMIC, ein chinesisches Unternehmen.

 

Und welche Rolle spielt Europa? In Grossbritannien sitzt der Chip-Spezialist ARM, in den Niederlanden der Spezialmaschinenbauer ASML und in der Schweiz die Technologiefirma Comet – allesamt hochkarätige europäische Unternehmen, die wichtige Bereiche der Chipherstellung beherrschen. Doch um eine Führungsrolle übernehmen zu können, wie sie die USA heute innehaben und China wahrscheinlich in Zukunft einnehmen wird, dazu braucht es mehr.

 

 

statue-of-liberty

Ein Leitfaden für Investitionen in Schweizer Anleihen

Autor | Quelle

Le Bijou
Alexander Hübner

Thema

Investitionen & Anleihen

Eine unterschätzte Anlageklasse

 

Die meisten Anleger glauben, dass Aktien die meistgehandelte Anlageform der Welt sind. In der Tat gibt es eine andere Anlageklasse, deren Handelsvolumen 1,5-mal so groß ist wie das von Aktien.

 

Wir sprechen natürlich über Anleihen. Im Jahr 2017 hatte der globale Anleihemarkt eine Größe von über 100 Billionen US-Dollar, was den Aktienmarkt (mit 70 Billionen US-Dollar) in den Schatten stellt. Ihre Unkenntnis kann leicht vergeben werden, denn wenn man die Nachrichten liest, konzentrierten sich über 80% der Berichterstattung ausschließlich auf Aktien.

 

In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt der Anleihen ein und erkunden die magische Verbindung mit der Schweiz.

 

Finanzwelt

 

 

Anleihen: ein kurzer Überblick

 

Anleihen sind eine Form von vertraglichen Schuldtiteln zwischen einem Kreditnehmer (dem Schuldner) und einem Kreditgeber (dem Gläubiger). Normalerweise gibt es 5 Schlüsselmerkmale einer Anleihe:

 

  • Kapitalbetrag – der Gesamtbetrag, den der Schuldner vom Gläubiger leiht.
  • Kuponsatz – der Zinssatz, den der Schuldner dem Gläubiger auf den Kapitalbetrag zahlt.
  • Kupon-Intervall – Die Häufigkeit, mit der der Kupon ausgezahlt wird. Normalerweise geschieht das vierteljährlich.
  • Laufzeit– die Dauer der Anleihe. Der Kapitalbetrag muss am Ende der Laufzeit zurückgezahlt werden.
  • Sicherheiten – Vermögenswerte des Schuldners, die im Falle eines Ausfalls als Sicherheit für das Darlehen an die Gläubiger verpfändet wurden.

 

Anleiheninvestoren verdienen Geld in zwei Formen, ähnlich wie Aktieninvestoren: Einkommen und Kapitalgewinne. Der Mechanismus, wie diese beiden Arten von Gewinnen entstehen, ist jedoch sehr unterschiedlich.

 

Im Gegensatz zur Dividende (die eine Auszahlung aus dem Gewinn eines Unternehmens an seine Aktionäre darstellt), die variabel und unvorhersehbar sein kann, ist der Kupon (Zins) für Anleihen an die Anleihegläubiger fest und muss unabhängig von den jeweiligen Umständen bezahlt werden. Die Nichteinhaltung dieser Verpflichtung würde als Zahlungsverzug behandelt, was erhebliche Nachteile mit sich bringt, nicht zuletzt die Möglichkeit der Anleihenbesitzer, ein Insolvenzverfahren gegen den Kreditnehmer einzuleiten.

 

Die Art und Weise, wie Kapitalgewinne in Anleihen funktionieren, ist ebenfalls anders. Im Gegensatz zu Aktien, deren Kurs auf der Abzinsung zukünftiger Gewinnerwartungen auf den heutigen Tag basiert, sollte der Nennbetrag der Anleihe von der Emission bis zur Fälligkeit zumindest theoretisch gleich bleiben. Wenn der Nennwert bei der Emission 100 US-Dollar beträgt, sollten Anleger am Ende der Laufzeit (z. B. in 20 Jahren) immer noch 100 US-Dollar erhalten. Es gibt jedoch zwei Faktoren, die den Preis von Anleihen beeinflussen (sofern diese öffentlich gehandelt werden):

 

  • Risikofreie Rendite alternativer Vermögenswerte: Aufgrund des Zeitwerts des Geldes, bei dem 100 US-Dollar in 20 Jahren weit weniger wert sind als 100 US-Dollar heute (aufgrund der Inflation und der Kosten einer verspäteten Befriedigung), gibt es für Anleger Alternativen, wenn sie in festverzinsliche Vermögenswerte investieren. Wenn beispielsweise der Basiszinssatz für Bankeinlagen (die als risikofrei gelten) steigt, sind Einlagen im Vergleich zu Anleihen attraktiver als zuvor. Infolgedessen verlagert sich die Nachfrage nach Anleihen (in einer Größenordnung, die zum Ausmaß des Zinsanstiegs proportional ist) in Richtung Einlagen, was zu einem Rückgang der Anleihepreise führt.

 

  • Kreditrisiko des Kreditnehmers: Wenn ein Kreditnehmer den Kapitalbetrag am Ende der Kreditlaufzeit nicht zurückzahlen könnte (oder den Kupon während dieser Zeit nicht auszahlen könnte), geriete der Kreditnehmer mit der Anleihe in Verzug. Dies verschlechtert die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers und erhöht sein Risiko erheblich, wodurch die Attraktivität seiner Schuldtitel abnimmt und der Anleihekurs sinkt.

 

Der Charme von Anleihen

Anleihen haben ganz andere Eigenschaften als Aktien. Da der Kupon normalerweise fest ist, können Anleger eine konstante Rendite über die Laufzeit der Anleihe erwarten (daher werden sie auch als festverzinsliche Wertpapiere bezeichnet). Anleihen genießen auch Liquidationspräferenz gegenüber Aktien. Dies bedeutet, dass im Falle einer finanziellen Notlage des Schuldners die Anleihegläubiger zuerst (nach Abschluss der Liquidation eines Unternehmens) und vor den Aktionären (die Aktien halten) bezahlt werden. Diese beiden Hauptmerkmale machen Anleihen weniger riskant als Aktien.

 

Darüber hinaus können die meisten Anleihen wie Aktien an Börsen gehandelt werden, wodurch sich ihre Liquidität erhöht und zusätzlich zum Ertragsfaktor Kapitalbewegungen angeboten werden. Dies macht Anleihen sozusagen aktienähnlich und erhöht die Attraktivität für Anleger.

 

Der Charme von Investitionen in der Schweiz

Die Schweiz ist seit langem ein beliebtes Investitionsziel, wie der hohe Zustrom ausländischer Direktinvestitionen und ein hoher Leistungsbilanzüberschuss belegen. Es gibt 3 Hauptgründe für diese Popularität:

 

  • Hohe sozialpolitische Stabilität – Die Schweiz ist ein gebirgiges Binnenland in Westeuropa. Infolgedessen war es historisch unglaublich schwierig, sie zu erobern. In Kombination mit seiner erklärten politischen Neutralität hat sie in den letzten Jahrhunderten praktisch keine Kriege erlebt.

 

  • Eine diversifizierte und hoch entwickelte Volkswirtschaft – das hohe Maß an Stabilität hat es der Schweiz ermöglicht, ihre Energie auf die Entwicklung ihrer Binnenwirtschaft zu konzentrieren, und infolgedessen ist sie eine hoch entwickelte, dienstleistungsorientierte fortschrittliche Volkswirtschaft, die in hohem Maße in die EU integriert, aber nicht Teil davon ist, und dadurch ein gewisses Maß an Autonomie genießt.

 

  • Ein hoch entwickelter Finanzsektor – auch aufgrund der Stabilität hatte die europäische Aristokratie jahrhundertelang ihren Reichtum in die Schweiz verbracht und die Anonymität und Sicherheit genossen, die dies mit sich brachte. Infolgedessen hat die Schweiz einen im Verhältnis zu ihrer Größe hoch entwickelten Finanzsektor aufgebaut, der mit Paris und Frankfurt mithalten kann.

 

Altes Paar

 

Arten von Anleihen, in die man investieren kann

 

Es gibt viele verschiedene Arten von Anleihen, in die man investieren kann, aber sie können grob in 5 Kategorien unterteilt werden:

  • Staatsanleihen
  • Kommunale Anleihen
  • Unternehmensanleihen
  • RE-Anleihen
  • P2P-Kreditvergabe (Minibond)

 

Ein tieferer Einblick in die verschiedenen Anleihen der Schweiz

 

10-jährige Staatsanleihen

 

Überblick

 

Übersicht über die zugrunde liegenden Werte: Verleih von Kapital an den schweizerischen Staat gegen eine feste Zinszahlung.

Kapitaleinsatzbedarf: CHF 10.000

Rendite: -0,5% für eine 10-jährige Staatsanleihe

Kapitalwertschwankung: Null

Einkommensrisiken: N/A

Kapitalrisiko: Sehr gering

Amortisationszeit: 10 Jahre

Liquidität: Hoch, da die Anleihe öffentlich gehandelt wird

Laufende Verwaltungskosten: Sehr niedrig (weniger als 0,5% des AUM)

Transaktionskosten: Je nach Broker ca. CHF 10 bis 15 pro Trade

 

Die 10-jährige Anleihe der Schweizer Regierung ist ein ziemliches Rätsel. Einerseits ist sie bei institutionellen Anlegern (z. B. Zentralbanken, Pensionsfonds, Investmentfonds) sehr beliebt. Andererseits handelt es sich um eine Negativzinsanleihe.

 

Was heißt das? Anstatt dass der Kreditnehmer (d.h. die Schweizer Regierung) einen Kupon (Zinsen) an die Gläubiger zahlt, bedeutet eine negative Rendite, dass die Beziehung umgekehrt ist. Investoren müssen also regelmässig für das Privileg, der Schweizer Regierung Geld zu leihen, bezahlen. Diese Anleihe wurde mit einem Kupon von -0.055% ausgegeben, was bedeutete, dass die Anleger für jeden investierten CHF 10.000 jedes Jahr CHF 5,5 bis zur Fälligkeit der Anleihe auszahlen mussten.

 

Warum sind die Renditen negativ?

Nun, Schweizer Staatsanleihen werden von Anlegern (aus den im vorherigen Abschnitt dargelegten Gründen) als äußerst sichere Anlageklasse angesehen. Infolgedessen überstieg die Nachfrage nach solchen Anleihen das Angebot bei weitem, weshalb die Rendite naturgemäß sank. Darüber hinaus lautete diese Anleihe auf CHF, eine extrem starke Safe-Haven-Währung, deren Aufwertung gegenüber anderen erwartet wurde. Selbst wenn Anleger auf die Kuponzahlung verzichten müssten (und sogar eine geringe Gebühr an den Kreditnehmer zahlen müssten), würden sie dies gerne tun, da der Gewinn in CHF (gegenüber ihrer Heimatwährung) den Ertragsverlust bei weitem übersteigen würde.

 

Weitere Beispiele für Schweizer Staatsanleihen:

 

 

 

15-jährige Anleihe des Kanton Genf

 

Überblick

 

Übersicht über die zugrunde liegenden Werte: Darlehen an den Kanton zur Finanzierung seiner Betriebs- und Investitionsausgaben

Kapitaleinsatzbedarf: CHF 50.000

Rendite: 2,875% nominale Kuponrendite

Kapitalwertschwankung: Normalerweise innerhalb von +/- 10%

Einkommensrisiken: Sehr gering

Kapitalrisiko: Sehr gering

Amortisationszeit: 15 Jahre

Liquidität: Relativ hoch, da die Anleihe öffentlich gehandelt wird

Laufende Verwaltungskosten: Sehr niedrig (weniger als 0,5% des AUM)

Transaktionskosten: Je nach Broker ca. CHF 10 bis 15 pro Trade

Die 15-jährige Anleihe des Kanton Genf ist der 10-jährigen Schweizer Staatsanleihe in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich:

  • Sie werden beide von einer Regierung ausgegeben
  • Sie werden beide zur Finanzierung öffentlicher Ausgaben und Investitionen verwendet
  • Sie werden beide an Börsen gehandelt und gewährleisten so ein hohes Maß an Liquidität

 

Der Hauptunterschied liegt beim Emittenten: Während Erstere von der Schweizer Zentralregierung ausgegeben wurde, wurde Letztere von der lokalen Behörde in Genf ausgegeben. In der Realität ist die Kreditwürdigkeit beider Institutionen relativ hoch, da die finanzielle Rentabilität beider aufgrund gesunder Steuereinnahmen und einer umsichtigen Finanzpolitik relativ stabil ist.

 

Ein wichtiger Punkt ist jedoch, dass das Volumen der Kantonsanleihe viel geringer ist als das von Staatsanleihen (um den Faktor 100). Dies bedeutet, dass das gehandelte Volumen von Kantonalanleihen deutlich unter dem des Staates liegt und sich somit auf dessen Liquidität auswirkt.

 

 

 

9-jährige Unternehmensanleihe von Roche Holdings

 

Überblick

 

Übersicht über die zugrunde liegenden Vermögenswerte: Vergabe von Kapital an Unternehmen, um deren Betriebs- und Investitionsprogramme voranzutreiben

Kapitaleinsatzbedarf: CHF 1.000

Rendite: 2,375% nominale Kuponrendite

Kapitalwertschwankung: Normalerweise innerhalb von +/- 10%

Einkommensrisiken: Gering

Kapitalrisiko: Gering

Amortisationszeit: 9 Jahre

Liquidität: Relativ hoch, da die Anleihe öffentlich gehandelt wird

Laufende Verwaltungskosten: Sehr niedrig (weniger als 0,5% des AUM)

Transaktionskosten: Je nach Broker ca. CHF 10 bis 15 pro Trade

 

Unternehmen benötigen häufig Kapital, um zu wachsen (z. B. Marketing, Akquisition). Sie können dies auf zwei wesentliche Arten erreichen: Ausgabe von Aktien (Bezugsrechte) oder Ausgabe von Schuldtiteln. Aktien sind kurzfristig günstiger, da keine regelmäßigen Kuponzahlungen erforderlich sind, sie schwächen jedoch die langfristigen Werte bestehender Aktionäre durch Verwässerung. Anleihen sind das Gegenteil. Ihre kurzfristige Aufrechterhaltung ist teurer, führt jedoch nicht zu einer Verwässerung der Werte der bestehenden Aktionäre. Aus diesem Grund bevorzugen die meisten Unternehmen die Aufnahme von Krediten gegenüber der Ausgabe von mehr Aktienkapital.

 

Aus diesem Grund begibt der Schweizer Pharmakonzern Roche Holdings im Jahr 2016 eine 9-jährige Anleihe in Höhe von 850 Millionen US-Dollar mit dem Ziel, Akquisitionen in der Branche zu tätigen und seine Forschungs- und Entwicklungsprogramme zu finanzieren. Mit einer nominalen Kuponrate von 2,375% und einer halbjährlichen Zahlungshäufigkeit kann Roche Kapital günstiger beschaffen und in produktiveren Bereichen einsetzen, wodurch ein höherer ROI erzielt wird.

 

 

 

Le Bijou 5-jährige Entwicklungsanleihe

 

Überblick

 

Übersicht über die zugrunde liegenden Vermögenswerte: Le Bijou erhält Kapital für das Leasing und die Sanierung von Wohnungen in erstklassigen Lagen in der Schweiz, die in kurzfristige Luxusunterkünfte umgewandelt werden

Kapitaleinsatzbedarf: CHF 50.000*

Ertrag: 5% pro Jahr*

Kapitalwertschwankung: Null

Einkommensrisiken: Gering

Kapitalrisiko: Gering

Amortisationszeit: 5 Jahre

Liquidität: Illiquid, da die Anleihe nicht öffentlich gehandelt wird

Laufende Verwaltungskosten: Keine

Transaktionskosten: Keine

 

Nicht nur große Unternehmen können Anleihen emittieren, sondern auch kleinere und agilere Unternehmen, insbesondere im Zeitalter der Technologie. In der Tat sind profitable kleinere Unternehmen oft viel agiler als große multinationale Unternehmen, wodurch die Kapitalbeschaffungskosten gesenkt werden.

 

Die Entwicklungsanleihe von Le Bijou ist* ein Paradebeispiel dafür, dass ein Unternehmen ein bewährtes Geschäftsmodell Investoren zugänglich gemacht und erfolgreich skaliert hat. Die zugrunde liegende Geschäftstätigkeit ist bemerkenswert einfach: Das Unternehmen kauft oder mietet Wohnungen in erstklassigen Lagen in der ganzen Schweiz, bevor es sie in luxuriöse Unterkünfte für Kurzaufenthalte umwandelt. Dies ist ein äußerst profitables Geschäftsmodell, das von der Popularität der Schweiz als Tourismus- und Geschäftsreiseziel angetrieben wird. Darüber hinaus erweisen sich die überdurchschnittliche Rendite und die Absicherung des Kredits durch die Immobilie als eine verlockende Kombination für Investoren.

 

* Update: Derzeit ist diese Anleihe ausverkauft. Neue Ausgaben werden möglicherweise verfügbar. Klicken Sie auf „Erste Schritte“, um Updates zu erhalten.

 

 

 

Lend.ch P2P-Anleihe

 

Überblick

 

Übersicht über die zugrunde liegenden Vermögenswerte: Bündelung des Kapitals von Privatpersonen, um Kredite an Privatpersonen oder Unternehmen zu vergeben

Kapitaleinsatzbedarf: CHF 10.000

Ertrag: 5-7% pro Jahr

Kapitalwertschwankung: Null

Einkommensrisiken: Mittel

Kapitalrisiko: Mittel bis hoch

Amortisationszeit: 1-5 Jahre

Liquidität: Illiquid, da die Anleihe nicht öffentlich gehandelt wird

Laufende Verwaltungskosten: Keine

Transaktionskosten: Keine

 

Traditionell mussten Personen und Unternehmen, die Zugang zu Kapital benötigen, häufig auf Darlehen von Banken, die ein Monopol auf die Zinssätze und Konditionen hatten, zurückgreifen. Aufgrund der jüngsten technologischen Fortschritte und der Deregulierung ist es Privatanlegern nun möglich, Mittel zu bündeln, um Kredite an geeignete Unternehmen und Privatpersonen zu vergeben. Plattformen wie Lend.ch bewerten die Kreditwürdigkeit der Kreditnehmer und finden zugehörige Investoren, die einen entsprechenden Risikoappetit haben. Die Höhe des eingegangenen Risikos ist direkt proportional zum Zinssatz. Für Kreditnehmer mit höherem Risiko wird ein höheres Zinsniveau berechnet.

 

Dies ist zwar eine hervorragende Alternative zu anderen festverzinslichen Produkten, ist jedoch nicht ohne Risiken. Die 2 Hauptrisikofelder sind: mangelnde Kapitalsicherheit und Liquidität. Diese Kredite sind in der Regel nicht gegen bestimmte Vermögenswerte besichert, weshalb Anleger im Falle eines Ausfalls Insolvenzverfahren gegen den Einzelnen oder das Unternehmen einleiten müssen, anstatt lediglich das Eigentum an dem besicherten Vermögenswert zu beanspruchen. Darüber hinaus werden diese Anleihen nicht öffentlich gehandelt, und es besteht noch kein funktionsfähiger Sekundärmarkt. Daher wird von den Anlegern erwartet, dass sie bis zur Endfälligkeit gehalten werden.

 

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

 

  • Wie investiere ich in Anleihen?

Bei Anleihen, die an der Börse gehandelt werden, wenden Sie sich einfach an Ihren Börsenmakler, und geben Sie entweder Ihre Anforderungen oder die genaue Identität der Anleihe an, die Sie kaufen möchten. Dieser sollte in der Lage sein, das Geschäft für Sie auszuführen.

Bei nicht öffentlichen Anleihen (d.h. Immobilienanleihen, P2P-Kredite) wenden Sie sich direkt an den Emittenten, und er sollte Sie beraten können.

 

  • Wie viel von meinem Portfolio soll ich in Anleihen investieren?

Dies hängt ausschließlich von Ihrem Risikoappetit und Ihrem Anlageziel ab. Normalerweise wird empfohlen, in einem klassischen Pensionsportfolio mit ausgewogenem Risiko einen Verteilung von 60 zu 40 zwischen Aktien und Anleihen beizubehalten. Natürlich können Anleger, die ein regelmäßiges Einkommen oder eine höhere Kapitalsicherheit anstreben, die Allokation für Anleihen erhöhen, während Anleger, die Kapitalwachstum anstreben, Aktien bevorzugen können.

 

  • Was passiert, wenn der Kreditnehmer mit der Anleihe in Verzug gerät?

Dies hängt davon ab, ob die Anleihe gegen einen Vermögenswert gesichert ist oder nicht. Wenn dies der Fall ist, ist es relativ einfach, beim Gericht die Beschlagnahme (Rücknahme) des Vermögenswerts zur Liquidation zu beantragen. Ist dies nicht der Fall, kann ein allgemeines Insolvenzverfahren gegen den Kreditnehmer eingeleitet werden, bei dem das Gericht versucht, das Vermögen des Kreditnehmers zu isolieren und zu liquidieren, um den Kredit zurückzuzahlen.

 

Financial Newspaper

Update zur Wirtschaftskrise 2020

Autor | Quelle

Severin Renold
Horizonte

Thema

Auswirkungen von Covid-19 auf globale Wirtschaft

Die langfristigen Folgen von Covid-19

 

Virologen geben Entwarnung: Die Covid-19 Pandemie ist zunehmend unter Kontrolle. Die Weltwirtschaft befindet sich hingegen als Folge der Corona-Massnahmen im freien Fall, weit stärker als in der Finanzkrise 2009. Nicht nur der Konjunktureinbruch, auch der aus de rRettung der globalen Wirtschaft folgende Anstieg der Staatsschulden ist historisch. Zur Stabilisierung der Märkte werden unzählige Wertpapiere von den Zentralbanken aufgekauft, Regierungen und Förderbanken helfen mit Krediten, Garantien und Staatsbeteiligungen. Im Verlauf von wenigen Monaten hat sich der konjunkturpolitische Hintergrund somit komplett verändert.

 

Statt zinspolitische Straffung und eine Reduktion der umlaufenden Geldmenge haben wir jetzt weltweit eine expansive Geldpolitik – kombiniert mit einer starken Ausweitung der staatlichen Ausgaben. Das viele Geld, welches aktuell in die Volkswirtschaften gepumpt wird, muss aber später wieder zurückbezahlt werden. Grundsätzlich gibt es zwei Wege, Schulden abzubauen. Bei beiden lastet die Schuld langfristig auf den Jüngeren. Bei einem ersten Weg setzt der Staat auf die Entwertung des Geldes. So sinkt zwar der Schuldenberg, aber auch das Ersparte. Inflation wird meist durch eine expansive Geldpolitik eingeleitet. Sprich, man druckt einfach neues Geld. Der zweite Weg ist eine Erhöhung der Steuern. Hier muss man aufpassen, dass man Unternehmen und Bürger nicht zu stark belastet und so den wirtschaftlichen Aufschwung abbremst respektive sogar abwürgt.

 

toilet-paper-roll-on-dish-with-fork-and-knife-3958213

 

Auswirkungen von Pandemien auf die Wirtschaft

Pandemien hinterlassen tiefe Narben und verändern Verhaltensweisen. Aus wirtschaftlicher Sicht verändern sie das Verhältnis zwischen Ersparnissen und Anlagen. Auch nachdem der erste Schock vorbei und die Krankheit eingedämmt ist, folgen private Hausalte und Unternehmen ihren natürlichen Instinkten und bleiben vorsichtiger. Länder, die in der laufenden Pandemie bereits Ausgangssperren aufgehoben haben, stellen fest, dass sich die Konsumausgaben nur langsam erholen und Daten au der Vergangenheit lassen darauf schliessen, dass dies wahrscheinlich so bleiben wird. Die Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt, dass die Ersparnisse nach dem Schock einer Pandemie steigen, da private Haushalte vorbeugend Reserven aufbauen. Studien zeigen auch, dass Unternehmen ihre Investitionen zurückfahren. In den meisten Fällen spiegelt dies einen Rückgang des Arbeitskräfteangebots aufgrund der Krankheit wider, was die Löhne in der Wirtschaft steigen lässt. Der Rückgang der Rentabilität beeinträchtigt dann die Investitionsausgaben. Da heute vorbeugende Massnahmen gesetzt und vor allem ältere Menschen von Covid-19 betroffen sind, dürften die Auswirkungen auf die Erwerbsbevölkerung deutlich geringer sein. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass die Löhne aufgrund von Covid-19 nicht steigen werden. Da jedoch viele Unternehmen während der Ausgangssperre kurz vor der Pleite standen, weil ihre Cashflows einfach versiegten, wird ihre Risiko- und Investitionsbereitschaft beeinträchtigt sein.

 

Insgesamt wird das Virus die Trends, welche die Wirtschaft schon vor dem Ausbruch der Pandemie bestimmten, verstärken. Es wird den Wachstumspfad infrage stellen, die staatlichen Finanzen stärker unter Druck setzen und die Ungleichheit erhöhen, während der Einsatz von Technologien steigen wird. Staaten werden stärker eingreifen, die Bedrohung durch Populismus wird zunehmen und Anleger werden agiler denn je vorgehen müssen, um ihre Ziele angesichts dieser unausweichlichen Wahrheiten zu erreichen.

 

aerial-architectural-design-architecture-buildings-373912

Stabilitas in Progressu? (Beständigkeit im Voranschreiten?)

Autor | Quelle

Bruno Roeder

Thema

Marketing, Digitalisierung und Kommunikation

Das 21. Jahrhundert transformiert zum Digital Age

 

Dieses erschuf die Wissensgesellschaft: sie heisst zwar so, weiss aber immer weniger. Das neue Jahrhundert brachte auch eine neue Spezies von Marketingleuten auf den Markt: sie ist ein wenig überfordert, aber nicht unbedingt effizient, – deshalb, weil sie selbst nicht weiss was das Morgen bringt. Und, weil sie den Bezug zur Erfolgsgeschichte von 100 Jahren Werbung verloren hat: Erfolg lag einerseits im Voranschreiten und andererseits in der Beständigkeit menschlichen Denkens und Handelns begründet.

Machen wir kurz die Augen zu und konzentrieren uns auf folgende zwei Sätze von Richard Branson: „30 percent of jobs could be at high risk of automation by the early 2030s. Technology is great – but are we letting it replace personal connections?”

Was implizieren die Aussagen des Multi-Unternehmers? Die Fleisswirtschaft, die Industrie, beruht auf Tempo, Masse, Wachstum und Automatisierung. Die Industrie 4.0 wird eine Industrie des Robotings, der Algorithmen, der künstlichen Intelligenz sein. Die Industrie 4.0 legt Wert auf den Menschen, jedoch nur als Konsument oder Kapitalist. Die Technologie, powered by Silicon Valley, berücksichtigt weder die Umwelt noch menschliche Beziehungen. Beide können und sollen vielleicht sogar ersetzt werden. Ob wir dadurch entweder „frei“ werden oder einfach nur aussterben, bleibt dahingestellt. Doch die lange Kultur des Menschen würde damit in eine Datenreligion verwandelt werden.

Unser Manager von heute weiss nicht mehr viel darüber, wohl aber spürt er, dass ihn die Seele drückt; er nimmt in manch wacher Sekunde wahr, wenn er gerade nicht in Endlos-Meeting sitzt oder seine Mail-Fluten am PC löscht, dass er zu einer vollkommen austauschbaren Nummer einer ganz neuen Welt-Agenda wurde, die er nicht versteht, weil er sie im Grunde nicht will, sie nicht wünscht und weil er sich vor ihr fürchtet. Doch seine Angst blockiert. Alles. Vor allem den persönlichen und unternehmerischen Erfolg.

Manager verzweifelt

Konzentrieren wir uns jetzt kurz auf das neueste Forschungsergebnis der „Points North Group“ aus den USA, die ihre Ergebnisse jüngst in der New York Times publizierte. Hierbei geht es nicht um die rüden Absichten einer menschenfeindlichen Digitalisierung, die „weltweite Rentabilität durch knallhartes Controlling aller Menschen“ zum Ziel hat, hierbei geht es auch nicht um die Ängste der Manager oder ihre enormen Marken- und Umsatzverluste; hier geht es um das extrem gefährliche Unwissen der Markenverantwortlichen und ihrer Agenturen: „The New York Times published a damning exposé that shed light on rate at which politicians, actors, entrepreneurs, and television personalities have taken to buying fake social media followers to boost the credibility of their online – and off-line – profiles. (…) Points North Group revealed that of the social media engagement entrepreneurs experienced in connection with influencer campaigns, 78 percent came from fake followers – or bots.”

Das viel gepriesene Influencer Marketing also, ein Instrument das Markenchefs in der Schweiz und in Deutschland zum „Königsweg“ sinnloser Geldverschwendung machten, weil es „alle“ anderen Unternehmen auch so machen und alle die anderen meinen (anstatt zu wissen), dies sei ein valables Instrument des „neuen“ Digitalmarketings, dieses Marketing also betrügt eiskalt ihre Konsumenten: 78% Fake Follower rechtfertigen die Millionenbudgets der Markenchefs und sechsstellige Jahresumsätze ihrer Influencer. Der Konsument wird gnadenlos verschaukelt, was durchaus einen massiven Unterschied zur Werbepsychologie und ihrer Verführung
des Konsumenten durch handlungsbeeinflussende Werbestrategien, ausmacht.

Diese beiden Beispiele von Richard Branson und der Point North Group beweisen zunächst zwei Dinge: Das tiefe sowie radikale Ausmass, die Tragweite sowie die Intention der Digitalisierung und daraus resultierende Veränderungen von Menschen, Marken und Medien wurde von der Markenindustrie verschlafen oder einfach nur übersehen. Die Konsequenzen daraus sind nicht nur der baldige Verlust des Arbeitsplatzes der Markenchefs sondern vor allem der Ruin der Wirtschaft eines ganzen Landes. Die Marketingleute sind keine Experten mehr, sie haben das absolut nötige Durchdenken von ökonomischen und sozial-politischen Strukturen eines Landes im Kontext zur digitalisierten Welt, das nur im Vergleich mit der Geschichte und den Funktionssystemen vergangener Epochen gelingen kann, aufgegeben oder gar nie gelernt. Sie wissen leider nichts darüber, stattdessen äffen sie „Strategien“ nach: sie bedienen sich waghalsiger allgemeingültiger Methoden, die nicht hinterfragt werden, wie jener des Influencer Marketings und operieren damit in der verirrten Meinung, mit einem Marketing-Trend oder -Hype die richtige Entscheidung für zeitgemässes Digitalmarketing getroffen zu haben. Verkauft wird so kaum ein Produkt mehr.

Das frappante Unwissen der Marketingleute und ihre unsichtbare aber spürbare Angst vor dem digitalen Morgen, verunmöglicht den „progressu“, also den wahren Fortschritt. Ein weiteres und bezeichnendes Beispiel für fehlendes Denken, das dringend nötig wäre um erfolgreich Marken in der Transformation zum digitalen Zeitalter zu kommunizieren, liegt im beharrlichen Festhalten des „Zielgruppen-Marketings“ im digitalen Netz.

Special Offer

Ein Public Ego ist aber kein analoges Ich! „Online you become the self you want to be“, beweist Prof. Dr. Sherry Turkle vom MIT Lab Boston, USA. Im Cyberspace werde ich also zu dem Wesen das ich sein will. Ich probiere mich aus. Ich bewege mich von Channel to Channel. Je nach Stimmung agiere ich entweder so oder anders. „Ich werde zu dem der ich sein will“ und nicht zu dem in Einzel- und Interessenteile zerlegten demographisch durchschaubaren Konsumenten, zu dem mich die Marketingleute machen. Ich höre im Netz auf eine Zielgruppe zu sein. Und damit braucht die Marken-Kommunikation eine neue Methode. Und vor allem Wissen. Doch beides fehlt den Meisten.

Niklas Luhmann, der genialste Markenphilosoph des 20. Jahrhunderts, erklärte kurz vor seinem Tod: „Das Marketing droht zu einem selbstreferentiellem System zu verkommen“. Das heutige Marketing, welches nach wie vor eine Marke kommunikativ so schillernd und interessant für Menschen machen sollte, dass Konsumenten
diese Marke auch wirklich kaufen wollen, „macht sich selbst zum Massstab, ob eine Methode als geeignet angesehen wird oder nicht“. Das System, also das Marketing selbst, berücksichtigt dabei aber nicht das Aussen, also weder das vollkommen veränderte Verhalten der Menschen durch die Digitalisierung, noch ihre gravierende
Veränderung in der Aufnahme von Informationen (vgl. „Wandel der Wissensvermittlung“), noch was die Motivstrukturen der Konsumenten im Netz sein könnten, um ein Produkt auch tatsächlich zu kaufen. Stattdessen bedient sich der Marketer immer wieder längst überholter und ausrangierter Kommunikationsmethoden des 20.
Jahrhunderts oder er greift zu jenen mittelfristig ruinösen Massentrends wie der des Influencer Marketings; dann wiegt er sich öffentlich behäbig in den schlauen Anglizismen einer trendigen Marketingsprache, um dem Anschein nach nur wissend zu wirken. In Wahrheit verbergen sich hinter dieser aufgesetzten Fassade des Kommunikators jedoch nur mangelhafte Kenntnisse über den wahren Zusammenhang von „Mensch-Marke- Medien“ in diesem 3. Jahrtausend.

Digitalisierung und Marketing

Die Mechanik des Zinses

Autor | Quelle

Severin Renold

Thema

Baufinanzierungen und Zinsen

Wie wird der Zins für Ihren Baukredit berechnet?

 

Kleine Zahl, grosser Einfluss

Der Kern einer Baufinanzierung ist der Zinssatz, der für den Kunden die Kosten und für die Bank die Rendite bestimmt. Dahinter steckt ein individueller Wert, den verschiedene Faktoren beeinflussen.

 

Der Kapitalmarkt

Grundsätzlich passen Banken ihre Zinskonditionen den aktuellen Bedingungen auf dem Kapitalmarkt an. Während kurzfristige Marktzinsen wie auf Tagesgeld dem Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) folgen, sind Bauzinsen davon nicht unmittelbar oder ausschliesslich beeinflusst. Der BAuzins orientiert sich vielmehr an der Entwicklung lagfristiger Papiere wie Anleiehen und Pfandbriefe. Je höher die Nachfrage nach diesen Papieren, desto niedriger ist der Bauzins. Aufgrund der international starken Nachfage nach sicheren Anlagen sind die Renditen für langfristige Bundesanleihen und Pfandbriefe aktuell noch immer niedrig – und infolgedessen sind es auch die Baugeldzinsen.

 

Zins- und geldpolitische Entscheidungen der Notenbanken können sich mittelbar auch auf das Verhalten internationaler Grossanleger auswirken, was die Nachfrage nach Immobilienkrediten steuert und damit wiederum auch den Zins bewegt. Zinsen für Baugeld können sich aber auch gegenläufig zum allgemeinen Zinstrend entwickeln. Ein Beispiel: Im Sommer 2013 wurden Immobiliendarlehen teurer, nachdem der Leitzins gesenkt worden war. Der Grund waren Entwicklungen in den USA. Anleger befürchteten, dass die Federal Reserve Bank ihre lockere Geldpolitik beenden würde und investierten nur noch zögerlich. Daraufhin sank auch die Nachfrage nach Anleihen in unseren Nationen.

 

banks

 

Persönliche Faktoren

Für jeden Kunden macht die Bank ein individuelles Zinsangebot. Denn jeder Kunde bringt ein unterschiedlich hohes Rückzahlungsrisiko für die Bank mit, in das verschiedene Faktoren mit einspielen.

 

Art der Erwerbstätigkeit: Angestellte, Freiberufler, Rentner und Beamte bringen teils geringe, teils sehr hohe Sicherheiten beim Einkommen mit. Daher erheben manche Banken für bestimmte Berufsgruppen prinzipiell Zinsaufschläge oder stellen Anforderungen an die Höhe des Eigenkapitals.

 

Postleitzahl: Der zukünftige oder aktuelle Wohnort beeinflusst die Wiederverkaufsmöglichkeit für eine Immobilie und damit den möglichen Zins. Gleichzeitig hat der Wohnort Auswirkungen auf die Breite der Angebotspalette. Viele regionale Banken bieten beispielsweise nur in bestimmten Postleitzahlbereichen Finanzierungen an.

 

Nutzung und Zustand der Immobilie: Soll die Immobilie als Kapitalanlage genutzt oder selbst bewohnt werden? Für Kapitalanleger gibt es zum Teil spezielle Anforderungen an das Einkommen oder an die maximale Kredithöhe. Wichtig für jeden Käufer: In welchem Zustand und an welcher Lage befindet sich die Immobilie.

 

Bonität des Kunden: Die Bank prüft die Einkommenssituation inklusive Mieteinkünfte, Kapitalerträge oder Renten. Die Ausgaben des Kunden werden davon abgezogen. Je mehr am Ende des Monats übrig bleibt, desto besser ist dies in der Regel für den Zins. Es spielt auch eine Rolle, wie viele Jahre man bereits bei seinem Arbeitgeber beschäftigt ist oder ob der Vertrag befristet ist.

 

 

Details der Finanzierung

Verschiedene Stellschrauben machen Baufinanzierungen für Banken lukrativer als andere, was sie durch bessere Zinsen an den Kunden weitergeben.

 

Darlehenshöhe: Manche Banken bieten Kredite erst ab bestimmten Mindestsummen an und lassen es sich durch Zinsaufschläge bezahlen, wenn vorgegebene Summen unterschritten werden. Für grössere Darlehen gibt es oft Vergünstigungen.

 

Eigenkapitalanteil: Je mehr eigenes Geld eingebracht wird, desto besser ist in der Regel der Zins. Andersherum können die Zinsaufschläge bei Kredithöhen von 70% des Kaufpreises bei etwa 0.1 Prozentpunkten liegen, bei 80-100% bei 0.2 bis 0.8 Prozentpunkten, bei 100% auch bei 1.00 Prozentpunkt und mehr. Diese Schätzungen gelten für die D-A-CH Region und sind nicht endgültig, sondern reine Annahmen durch Momentaufnahmen, die Zahlen können stark variieren durch die bekannten Gründe.

 

Zinsbindung: Weil die Zinsentwicklung zur Zeit schwer einzuschätzen ist, liegen die Zinssätze bei längeren Sollzinsbindungen höher. Der Zinssatz für zehnjährige Zinsbindungen ist etwa 0.3 – 0.5 Prozentpunkte über dem für eine fünfjährige Zinsbindung. Für eine 20-jährige Zinsbindung beträgt der Aufschlag etwa 0.8 – 1.00 Prozentpunkte verglichen mit der zehnjährigen Laufzeit.

 

Tilgungshöhe: Wer hoch tilgt, bekommt oft bessere Konditionen – vor allem, wenn er die volle Tilgungsvariante wählt, bei welcher der Kredit am Ende der Zinsbindung voll abbezahlt ist. Der Zinsvorteil über eine zehnjährige Laufzeit im Vergleich zu einer zweiprozentigen Anfangstilgung kann bei etwa 0.1 bis 0.2 Prozentpunkten liegen.

 

Sonderoptionen: Sonderausstattungen kosten meist extra, das gilt nicht nur für Autos, sondern auch für Baufinanzierungen. Für Tilgungssatzwechsel und Sondertilgungen verlangen einige Banken geringe Aufschläge, andere wiederum bieten beides kostenlos an. Gleiches gilt für bereitstellungszinsfreie Zeiten und Forward-Darlehen.

 

Ein Tipp

Holen Sie sich mehrere Angebote ein und vergleichen Sie den jeweiligen Zinssatz. Dabei lohnt es sich, kleinlich zu sein. Bei einer zehnjährigen Zinsbindung etwa können bereits geringste prozentuale Unterschiede mehrere Hundert oder sogar Tausend CHF ausmachen – je nach Höhe des Darlehens selbstverständlich.

« Older posts